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Griechenland

Überwintern in Griechenland mit dem Wohnmobil – Fazit

Du planst mit deinem Wohnmobil in Griechenland zu überwintern? Wir haben es gemacht und waren sechs Monate (von Oktober bis April) in Griechenland, vorwiegend auf der Peloponnes, mit unserem Wohnmobil unterwegs. Inzwischen blüht alles auf und die Sonne scheint schon kräftig. Es ist also Zeit für unser Überwinterungs-Fazit für Griechenland.


Warum mit dem Wohnmobil in Griechenland überwintern?

Bevor wir nach Griechenland gefahren sind, haben wir lange Hin und Her überlegt. Wir schwankten zwischen Portugal und Griechenland. Lange Zeit zog es uns nach Portugal, da es im Winter wettertechnisch attraktiver sein soll. Letztlich haben wir uns allerdings, entgegen vieler anderer Überwinterer und digitaler Nomaden, für Griechenland entschieden. Unsere Argumente für Griechenland waren: Das Land ist wahnsinnig groß (also genug zu sehen), das Freistehen wird dort in der Nebensaison toleriert und wir hatten Lust, die griechische Gelassenheit zu erleben. Außerdem lieben wir Feta-Salat und einen guten Ouzo zum Abendessen.

Die Entscheidung, mit dem Wohnmobil in Griechenland zu überwintern, ist rückblickend auch die beste Entscheidung gewesen. Denn das Wildcampen wurde in Portugal durch eine neue Gesetzgebung seit Januar 2021 offiziell unmöglich gemacht, da dort leider einige Camper mit dem Motto „Nach mir die Sinnflut“ unterwegs waren. In Griechenland werden Wildcamper in der Nebensaison geduldet. Das bleibt in Griechenland aber selbstverständlich auch nur so, solange jeder verantwortungsvoll mit der Umwelt und den Mitmenschen umgeht.

Wann und wie kommst du mit dem Wohnmobil nach Griechenland?

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, um von Deutschland nach Griechenland zu kommen: Mit der Fähre von Italien oder über den Landweg.

Wir haben uns für die Fähre mit der Camping on Board Option entschieden. Das ist super entspannt und easy, denn du darfst während der Überfahrt in deinem eigenen Wohnmobil übernachten.

Mit der Fähre nach Griechenland – Camping on Board

Die Fähren mit der Camping on Board-Option fahren in den Monaten April-Oktober. In den Wintermonaten von November-April ist das Meer schlichtweg zu rau und es ist zu gefährlich, sich im Camper auf dem offenen Schiffsdeck aufzuhalten.

Wir haben einen der letzten Camping on Board Termine ergattert und sind im Oktober von Ancona (Italien) nach Igoumenitsa (Griechenland) gefahren. Diese Fahrt dauerte ca. 17 Stunden und ging über Nacht. Es gibt auch Fähren von Venedig, Bari und Brindisi nach Griechenland.

Mit der Camping on Board Buchung kannst du nicht nur in deinen Camper schlafen. Du hast während der Fahrt auch Zugang zu Landstrom, zu Toiletten und Duschen an Board. Natürlich ist es auch möglich, über die Decks zu schlendern.

Der Gebrauch von Gas ist während der Überfahrt nicht gestattet, also am besten vor der Überfahrt etwas zu essen zubereiten. Alternativ kannst du auch vergünstigt im Restaurant essen, was wir aber nicht getestet haben.Noch ein Tipp: Falls du sensibel für Reiseübelkeit bist, dann nimm dir lieber Tabletten mit, es schaukelt schon ein wenig.

Achtung: Die Camping on Board Option gibt es nur bei bestimmten Fährgesellschaften und nur auf bestimmten Strecken. Wir sind mit Anek Lines gefahren. Minoan bietet eine ähnliche Option (Camping all inklusive) an, aber damit darfst du nicht in deinem Camper übernachten und musst in eine Kabine.

Für die Fähre (2 Personen, Wohnmobil mit 5,6m Länge, Camping on Board) haben wir ca. 300 Euro (inkl. 25% Rabatt vom ADAC) bezahlt.

Unsere Erfahrungen zur gesamten Anreise nach Griechenland und der Camping on Board Option findest du in unserem Blog-Beitrag: Mit dem Wohnmobil nach Griechenland: Unsere Erfahrungen mit Camping on board.

Camping on Board Überwintern in Griechenland

Welche Campingplätze haben im Winter geöffnet?

Die meisten Campingplätze in Griechenland schließen in den Wintermonaten von Oktober bis April. Nur wenige Campingplätze haben geöffnet, auf denen nicht viel los ist und du dir oft einen der besten Plätze aussuchen kannst. Es macht dann auch preislich keinen Unterschied, ob du einen Platz mit Meerblick oder ohne hast.

Wir waren u.a. auf dem Ionion Beach Campinplatz bei Glyfa (Kosten= 20 Euro/Nacht inkl. Strom, Wasser etc). Später waren wir noch auf dem Campingplatz Kalogria (Kosten= 15 Euro mit Strom, 13 Euro ohne Strom für zwei Personen).

Auch der Campinplatz in Leonidi hat im Winter geöffnet, der Platz bei Finikounda hatte 2020 nur bis Weihnachten geöffnet. Diese Plätze haben wir allerdings alle nicht persönlich erlebt. Es ist gibt noch die Campinplätze in Thines und Drepano, wobei du dort am besten einfach zur gegeben Zeit anrufst, um zu erfahren, ob diese geöffnet sind.

Natürlich stehen wir eigentlich viel lieber frei und einige Monate konnten wir auch wunderschöne Spots am Strand und in den Bergen genießen. Allerdings wurde dann der Corona Lockdown ausgerufen und für Reisen und Wildcampen wurden Bußgelder kassiert. Deswegen haben wir es uns auf dem Campingplatz Kalogria gemütlich gemacht. Außerdem ist auch einfach mal entspannt, nicht ständig auf der Suche nach Frischwasser etc. zu sein. In dieser Zeit haben wir uns auch in den schönen Ort „Stoupa“ und in die Gegend verliebt.

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Auf dem Campingplatz in Kalogria sind wir über eine Woche die einzigen Gäste. Nur die Chicken-Crew patrouilliert hier

Wie ist das Wetter im griechischen Winter?

Der griechische Winter ist natürlich wesentlich milder als der deutsche Winter. Nichtsdestotrotz kann es auch mal vorkommen, dass die Temperaturen sinken und heftige Gewitter aufziehen. Solche Gewitterstürme haben uns ein paarmal schlaflose Nächte beschert. Das Wetter ist allerdings stark ortsabhängig und es ist schwer, ein Bild für ganz Griechenland zu zeichnen. Im Norden wird es im Winter allerdings grundsätzlich richtig kalt. Wenn du also Schnee in Griechenland sehen möchtest, dann fahr in den Norden. Die wärmsten Orte während der Wintermonate sind Kreta und die Peloponnes, die wir deshalb bereist haben. Unsere folgenden Wetter-Erfahrungen im Winter beziehen sich also auf den südlichen Teil Griechenlands.

Fangen wir mal mit dem Oktober an. Es waren ca. 20 Grad und überwiegend Sonnenschein. Der Oktober ist ein super Monat, um evtl. auch nur mal für ein paar Wochen außerhalb der Saison einen Urlaub in Griechenland zu machen. Es war schön angenehm warm (nicht zu heiß und nicht zu kalt), wir konnten im Meer schwimmen und schnorcheln. Herrlich! Ab und zu gab es auch Regentage, aber eher vereinzelt.

Ab November wurde es kühler, ca. 15 – 18 Grad. Wir badeten das letzte Mal im Meer. In der Nacht waren es immer noch 10 Grad, also völlig in Ordnung. Ab und zu jagte ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Auch ein paar aufeinanderfolgende Regentage waren dabei.

Im Dezember und Januar schien zwar auch die Sonne, aber gefühlt war es etwas düsterer und die Regentage nahmen zu. Im Januar hatten wir auch mal, dank eines Sahara Windes, für zwei Tage 24 Grad! Ansonsten pendelten die Temperaturen aber tagsüber um die 12-15 Grad.

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11. Januar und wir haben 24 Grad. Das erste Mal kurze-Hosen-Wetter in diesem Jahr

Im Januar und im Februar gab es außerdem jeweils eine richtige Kälteperiode (sehr niedrige Temperaturen für 3-4 Tage). In manchen Regionen fielen die Temperaturen unter 0 Grad, in Athen hat es sogar geschneit! Auch südlich in Kalamata (Peleponnes) waren es zu diesem Zeitpunkt -3 Grad in der Nacht! Wir hatten Glück und unsere kälteste Nacht lag bei 1 Grad. Eine Standheizung ist also schon sinnvoll.

Ab Februar wird es dann aber stetig wärmer und die Tage werden wieder länger. Es beginnt auch langsam zu blühen und der Frühling setzt ein. Das ist unglaublich schön. In der Sonne ist es dann auch schon warm, der Wind ist aber sehr kühl.

Im März gibt es auch noch kalte Abende. Wenn tagsüber die Sonne scheint, dann haben wir aber unsere kurzen Hosen und T-Shirts regelmäßig ausgepackt.

Was kosten Lebensmittel in Griechenland?

Durch die hohen Steuern sind die Lebensmittel in Griechenland teuerer als in Deutschland. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn in Deutschland sind wir von niedrigen Lebensmittelpreisen ja eher verwöhnt.

Coronabedingt haben wir meistens Großeinkäufe im Lidl gemacht. Also einmal den Camper vollpacken, um dann erst wieder in zwei Wochen einkaufen zu müssen. Frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse haben wir in kleineren Dorfläden etc. zwischendurch gekauft.

Weitere Supermärkte sind die A/B Supermärkte oder die lokalen Mini Märkte, welche allerdings wirklich teurer sind. Am schönsten ist es natürlich auf einem der lokalen Märkte einzukaufen. Nicht selten fährt auch mal ein fahrender Obst/Gemüse-Händler durch eine Ortschaft oder an einem Park4Night Stellplatz vorbei, wo man sich dann spontan eindecken kann.

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Großeinkauf beim Discounter – 170 Euro, das reicht für 2-3 Wochen

Hier ein beispielhafter Einblick in die Preise:

  • Sixpack Wasser 1,10 – 1,50 € (im Angebot bei Lidl ca. 90 Cent)
  • 1 L Soya Drink 1,54 -2,70 €
  • 400g Feta 4 -5 €
  • 1 großer Bund Karotten 80ct
  • 1 Packung Haferflocken 1 €
  • Espressopulver Lavazza 4,50 €
  • 1 Kilo Vollkornmehl 3 €
  • Eisbergsalat 1 -1,70 €
  • Kleine Flasche Ouzo 2 -4 €
  • Äpfel 2 €/Kilo
  • 1 Packung Nudeln 40ct

In Kalamata gibt es einen ganz tollen veganen Laden, in dem wir uns immer wieder mit bestimmten Lebensmitteln eingedeckt haben. Per Zufall entdeckten wir auch eine grandiose vegane Mayonnaise in einem kleinen lokalen Supermarkt von Stoupa. Lidl hat auch einige vegane Produkte, die „Beyond Meat“ Burger Patties im Tiefkühlfach können wir besonders empfehlen!

Wenn du ins Restaurant essen gehst, kannst du mit ca. 12-20 Euro pro Person rechnen (Speise und Getränk). Wegen Corona hatten aber alle Gaststätten geschlossen, weswegen wir leider nicht essen gehen konnten in diesem Winter.

Diese Produkte/ Lebensmittel haben wir nicht in Griechenland gefunden und würden deshalb beim nächsten Mal einen kleinen Vorrat mitnehmen:

  • Essigessenz (keine Chance, das gibt es hier nicht)
  • Bio-Tee
  • Biologisch abbaubares Spüli/Shampoo/Seife
  • Sonnencreme ohne
  • Hygieneprodukte wie z.B. Tampons (diese sind teilweise schwer zu finden und sehr teuer: 12 Stück kosten beim Discounter 4,50€)

Packliste zum Überwintern in Griechenland mit dem Wohnmobil

Welche Dinge du dir unbedingt vor deiner Überwinterung besorgen solltest, verraten wir dir in zwei weiteren Blog-Beiträgen. Dort erfährst du unter anderem auch, wie du in Griechenland an Wasser, Gas und Internet kommst:

Weitere Dinge, die zum Überwintern in Griechenland dabei haben solltest:

  • Regenjacke
  • Bettzeug für alle Wetterlagen – bei Tchibo** gibt es eine 4 Jahreszeiten Decke, die aus zwei zusammen knöpfbaren Decken besteht. Je nach Temperaturlage kann man so eine Decke nutzen oder zwei Lagen zusammenknöpfen. Wir haben lange nach einem solchen Bettzeug gesucht und sind sehr zufrieden mit Preis & Qualität. Auch die Knöpfe halten sehr gut, bei anderen vergleichbaren Varianten auf Amazon scheint dies nicht der Fall zu sein.
  • Warmes Mützchen, Schal, dicke Wollsocken
  • Wärmflaschen
  • Thermosflasche
  • Badeschuhe, die brauchst du nicht direkt zum Überwintern. Aber an vielen Stellen im Meer gibt es Seeigel und dann hast du entweder Schuhe oder du brauchst die Essigessenz gegen die Stacheln. Vielerorts ist die Küste auch sehr felsig, auch da sind Schuhe angenehm.
  • Badeshorts und Bikini natürlich auch unbedingt einpacken 😉

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Die Fahrräder bleiben beim nächsten Mal zuhause

Wir waren super optimistisch, dass wir sehr viel Fahrrad fahren würden in Griechenland. Denn während unserer Deutschland Tour mit Landvergnügen haben wir ständig Fahrrad-Touren gemacht.

In Griechenland haben wir die Räder so gut wie nie genutzt. Die Fahrräder haben aufgrund der Nähe zum Meer und den starken Regengüssen einfach nur gelitten und sind ordentlich gerostet. Die Fahrräder würden wir beim nächsten Mal zuhause lassen. Aus unserer Sicht macht es mehr Sinn, sich gute Wanderschuhe einzupacken. Denn es gibt hier sehr schöne und gut ausgeschilderte Wanderwege.

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In der Nähe von Dimitsana packen wir die Fahrräder aus
Überwintern in Griechenland
Anstatt der Fahrräder lieber gute Wanderschuhe – Griechenland ist ein Wanderparadies

6 Monate Griechenland – woran musst du noch denken?

Natürlich solltest du dir vor Abfahrt noch eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung zulegen, falls du länger inmitten Ausland bleibst als 3 Monate (bzw. entsprechend den Regelungen deiner deutschen Krankenversicherung). Diese muss abgeschlossen sein, solange du noch in Deutschland bist. Wir haben unsere Langzeit-Auslandskrankenversicherung über den ADAC abgeschlossen.

Dass sich auch für das Fahrzeug eine Mitgliedschaft beim ADAC lohnt, haben wir gleich in unserer ersten Woche in Griechenland feststellen „dürfen“. Mehr dazu in diesem Beitrag: Eine Woche Griechenland und eine neue Autobatterie.

Außerdem haben wir eine Haftpflichtversicherung, welche auch im Ausland gilt. Diese haben wir bei helden.de abgeschlossen und sind super zufrieden mit dem Service. Man kann einfach mit den Mitarbeitern chatten und bekommt direkt eine Antwort. Auch am Telefon sind sie extrem nett und hilfsbereit. Wir sind beide dort versichert und zahlen nur 72 Euro/Jahr, sogar die Drohne ist mitversichert! Mit unserem Helden Code „4HEE2“ sparst du auch nochmal 6 Euro, wenn du die Versicherung abschließt.

Die Highlights in den Wintermonaten

  • Du wirst Griechenland von einer ganz anderen Seite kennenlernen, als im Sommer. Es ist alles viel ruhiger und du kannst Strände, Buchten, Wanderwege und Sehenswürdigkeiten so gut wie für dich allein haben
  • Die Orangen und Olivenernte ist im vollen Gange. Die vollen Orangenbäume sind ein wundervoller Anblick und es gibt überall frisch gepresstes Olivenöl
  • Wenn du möchtest, kannst du auch an manchen Orten auch bei der Olivenernte helfen

Vielleicht hast du Lust bekommen, den nächsten Winter im sonnigen Griechenland zu verbringen? Wir hoffen, dass dir unsere Erfahrungen und Reisegeschichten dabei weiterhelfen und dir ganz viel Vorfreude auf deine Überwinterung in Griechenland bescheren!

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4 Comments

  • Josef u Johanna

    Ein echt super guter u interessanter Blog für unser Vorhaben in Griechenland zu Überwintern , hoffentlich geht das auch mit einem etwas größeren Fahrzeug gut! Liebe Grüße aus Österreich,Salzburg! Johanna u Josef!

    • Anne und Anna

      Liebe Johanna, lieber Josef!
      Vielen Dank für eure nette Nachricht! Auf den meisten Straßen und Plätzen geht das sicher auch mit einem größeren Camper gut. Lediglich in engeren (Berg-)dörfern müsst ihr euch vielleicht ein wenig schmaler machen und ab und zu auf tief hängende Balkone aufpassen 😉 Bei Fragen meldet euch sehr gerne! Wir wünschen euch eine ganz tolle Zeit in Griechenland!
      Liebe Grüße nach Salzburg, Anna & Anne

  • Sabine

    Das klingt ja sehr verlockend, was ihr das schreibt. Der nächste Winter kommt bestimmt und dann werde ich das mal überlegen. Vielen Dank für die vielen und sehr konkreten Tipps auf Eurer Seite. Es macht wirklich Spass, Eure Posts zu lesen.

    • Anne und Anna

      Wir können es wirklich nur empfehlen – vielleicht ein kleines Ferienhaus auf der Mani irgendwo für den nächsten Winter? 🙂

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