Thailand

Bangkok, Baby!

Ein Blick in den Kalender sagt: Jetzt geht es los!

Wir ziehen alle losen Strippen unserer 12 Kilo Rucksäcke fest und legen sie auf den Karren am Sondergepäck-Schalter. Sitzt alles? Alles fest verstaut? Wir wollen sicher gehen, dass unser Hab und Gut für die nächsten 8 Wochen auch komplett am anderen Ende der Welt ankommt. Einmal nach Bangkok bitte! Schon wenige Minuten später verschwinden unsere Rucksäcke in Richtung Rollfeld am Münchner Flughafen. Der Start unserer Weltreise – Ab nach Bangkok!

Nach einem guten Kaffee mit Beate (Annes Mum), kommen wir entspannt durch die Sicherheits- und Passkontrollen. Wir haben noch eine Menge Zeit bis zum Boarding und schlendern Hand in Hand durch den Duty Free Bereich. Das Grinsen ist uns ins Gesicht gemalt! Wir boarden pünktlich, das Flugzeug fängt an zu brummen und rollt schließlich los. Die Zeit, auf die wir so lange hingefiebert und wofür wir so viel vorbereitet haben, die wir uns in den schönsten Farben und angenehmsten Temperaturen am Küchentisch in Köln ausgemalt haben, sie beginnt JETZT!

Sàwàdee khâ, Bangkok!

11 Stunden später und mit wenig Schlaf, verlassen wir unser Flugzeug und treten in die angenehm klimatisierte Flughafenhalle in Bangkok. Ruck zuck sind wir eingereist – ab jetzt laufen unsere 30 Visa-Tage in Thailand. Unsere Rucksäcke haben es auch geschafft, das fängt doch gut an! Wir wechseln noch eben am Flughafen unsere Klamotten in „leicht und luftig“ und machen uns auf die Suche nach dem Bus, der uns in die Innenstadt von Bangkok bringt – WOW ist das warm hier!

Transport Tipp vom Suvarnabhumi Flughafen in die Stadt:

Mit dem öffentlichen Bus S1 am Ausgang 7 fahren wir für 120 Baht (ca. 3,60 – ein Schnäppchen!) zur Kao San Road. Tickets kauft man sich im Bus. Wir brauchen gute 70 Minuten und bekommen ein Gefühl für den Verkehr in dieser Stadt: Wahnsinn, es geht drunter und drüber!

Unser Hotel liegt im Dusit District, ein wohl eher authentisches Viertel etwas nördlich vom Trubel. Am besten kommt man mit dem Boot Chao Praya Express dorthin– es sind eigentlich nur sieben Stopps vom Anleger in der Nähe der Kao San Road.  

Transport Tipp Chao Praya Express:

Die Fahrkarten für das Boot kosten je Person 15 Baht, egal in welche Richtung und egal wie viele Stationen. Die Tickets sehen aus wie Briefmarken und man bekommt sie an Board: Jemand läuft mit einer Röhre herum und fummelt die Tickets äußerst aufwändig aus der Röhre raus. Nach der Prozedur entwertet er sie dann fachmännisch, indem er sie akribisch wieder in die Röhre legt und irgendwie einreißt.

Mit unseren gekauften Briefmarken-Bootstickets und unseren Rucksäcken besteigen wir also den Chao Praya Express. Es herrscht große Hektik am Anleger. Gedränge. Trillerpfeifen. Husch. Husch. Husch. Alles muss schnell gehen. Die Passagiere werden an Board gescheucht und drängeln sich dann alle in den Innenraum. Keiner der Touris weiß so genau, in welche Richtung das Boot fährt. Anscheinend sahen wir so aus, als wüssten wir in welche Richtung das Boot fährt, denn wir wurden von einigen anderen Touris gefragt. Naja wir haben ja eine Fifty-Fifty Chance das richtige Boot zu erwischen, gibt ja nur flussabwärts oder -aufwärts.

Zum Ärger der anderen Passagiere haben wir unser Gepäck auf dem Rücken, mit dem wir ständig im Weg stehen. Das Boot ist so voll – Keine Chance irgendwie Platz zu machen. Das Boot legt ab und dann: Tjaaa Fifty-Fifty, wir fahren in die falsche Richtung! Also durch die Masse rauspopeln, an der nächsten Haltestelle Boot verlassen und direkt das nächste Boot springen. Diesmal ist es die richtige Richtung, in die irgendwie fast kein anderer Mensch fahren wollte. Äußerst angenehm!

Authentisch und spannend: Dusit District

Im Viertel angekommen laufen wir vorbei an unzähligen Straßenküchen. Es ist genau so, wie wir es erwartet haben: Authentisch und spannend! Wir sind gefühlt die einzigen Europäer weit und breit. Überall wird gebrutzelt, Gemüse geschnibbelt, Süppchen gekocht und dann alles fein säuberlich in Plastiktüten verpackt.

Tuk Tuks und Roller knattern an uns vorbei. Rote Ampeln werden zwar meistens (!) beachtet, aber eben nur meistens. Es gibt auch Zebrastreifen, aber das ist maximal ein netter Vorschlag, Fußgänger über die Straße zu lassen. Genauso wie Tempolimits – nicht mit den Thais in Bangkok! Da der Verkehr so unberechenbar ist, halten wir uns an die erfahreneren Straßenüberquerer: Sobald ein Thai über die Straße geht, marschieren wir hinterher. Die wissen genau, wann man los sollte und wann besser nicht.

Das Hotel macht zunächst einen guten Eindruck (wir verlinken es aber erst im nächsten Artikel, weil wir es aufgrund von Vorkommnissen nicht weiterempfehlen können – Cliffhanger!). Nach dem Check-In, erst einmal einen Kaffee am Pool und dann unter die Dusche. Wir fühlen uns wieder wie Menschen und merken, dass wir riesigen Hunger haben.

Einmal irgendwas Vegetarisches, bitte!

Unsere Hoffnung ist sehr klein, dass jemand an der Straßenküche Englisch spricht und wir haben noch keine Lust auf Essens-Experimente. Google empfiehlt das Restaurant Dara Dalay, das ganz in der Nähe liegt und auf den Bildern auch ganz schön aussieht. Das wird schon passen – also ab da hin. Das Restaurant ist wirklich total süß, ganz „Ehrenfeld-like“, liebevolle Deko, bunte Tischchen, Bildchen mit inspirierenden Sprüchen, bisschen Hipster Flair. Wir setzen uns an einen der Tische und bekommen eine englische Speisekarte mit Bildern, easy! Als wir allerdings anfangen auf Englisch zu fragen, welches Gericht ohne Fleisch, Fisch und Muscheln ist, wird es lustig: Authentisches Viertel heißt auch – null Englisch! Nada, niente! Die Kellnerin fragt das Thai-Pärchen neben uns vermutlich, ob die vielleicht Englisch können. Nope, können sie nicht.

Speisekarte mit thailändischer Schrift
Die Speisekarte war für uns nicht zu entziffern

Anne zeigt auf ihren Arm und sagt „No meat, no meat“ und macht das internationale Zeichen für „Nein, nein“. Leider ernten wir mit unserer Pantomime erst einmal nur Fragezeichen, auch der herbeigerufene Kollege der Kellnerin kann nicht weiterhelfen.

Zum Glück gibt es WLAN und wir geben in Google Translate „vegetarisch“ ein: Es erscheinen ein paar Kringel und geschwungene Linien auf dem Handybildschirm, die wir der Bedienung vor die Nase halten. Die Dame lächelt, nickt heftig, und schreibt etwas auf ihren Block und verschwindet. Wir sind gespannt, was wir denn wohl letztlich gleich serviert bekommen. Es wurde tatsächlich Reis und gebratenes Gemüse, super!

Gebratener lilafarbener Reis und Gemüse
Das Ergebnis: Lila Reis mit Gemüse und feiner Chili Sauce

Total müde schlurfen wir zurück zum Hotel und schlafen einen Jahrhundertschlaf.


Was wir in Bangkok alles erlebt haben und welche unangenehme Überraschung uns am dritten Tag im Hotel erwartet hat, erfahrt ihr im nächsten Beitrag!

6 Kommentare

  • Andre

    Oh deer, viel Glueck mit dem Vegetarismus, das ist das Erste was wir im Urlaub ueber Bord werfen.. Exotische Flora und Fauna sehen und anknabbern (mit einigen Ausnahmen natuerlich). Das Essen sieht gut gewuerzt aus 🙂

    • Anne und Anna

      Das Essen ist wirklich ein Träumchen, viel Knoblauch und soo lecker! In der Regel recherchieren wir vorher kurz, wo es vegetarische/vegane Restaurants in der Nähe gibt. Die App „Happy Cow“ hat uns schon erfolgreich durch Mexiko gelotst (Es war soo unfassbar lecker in Mexiko: Stell dir so einen Tacco mit frischen Tomaten und angebratenem Gemüse vor..Einfach. Nur. Lecker!). In Asien gibt es zum Glück auch überall Tofu als Fleischersatz. Wir haben auch noch festgestellt, dass vegetarische/vegane Restaurants in den meisten Fällen ganz liebevoll eingerichtet sind und irgendwie eine gute Atmosphäre haben. Also vegetarisch essen läuft easy bis jetzt!

  • die Schwägerin

    Von diesen Straßenküchen in Thailand habe ich gelesen! Total cool! Das sieht echt super aus bei euch 🙂 Wir freuen uns auf mehr Bilder (und müssen vielleicht auch mal nach Thailand 😉 Wir holen uns dann von euch Reiseempfehlungen 🙂 )

    • Anne und Anna

      In Straßenküchen, auf dem Nachtmarkt, natürlich in Restaurants und Cafés..einfach überall wird hier gegessen und gefuttert. Mehr Bilder kommen demnächst, versprochen! Freut uns sehr, dass euch der Blog Lust auf Thailand macht – Ja eine Reise lohnt sich total und die selbst getesteten Tipps gibts bei uns 🙂

  • Agathe & Doro

    Sitzen in der Teeküche und machen uns beim Tee warme Gedanken. Wir freuen uns, dass es euch so gut geht und ihr einen guten Start hattet, sind aber natürlich gespannt auf den Cliffhanger 😉 Habt ihr denn auch schon ein Süppchen gegessen? Freuen uns auf weitere Eindrücke und Beiträge! 🙂

    • Anne und Anna

      In der Tat haben wir schon ein Süppchen gegessen, aber noch nicht an einer Straßenküche. Es war sehr sehr lecker! Wir senden euch ein bisschen Wärme, wir haben hier sehr viel davon! 😉

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