Schweden

Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden

Strahlend blauer Himmel empfängt uns, als wir in Trelleborg von der Fähre rollen. Schon fast zwei Monate trudeln wir auf unserer Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden. Und der Pfeil vom Schweden-Amor hat uns auch getroffen: Wir sind ein bisschen verliebt in dieses Land. Die schönen Küsten, die moosbedeckten kleinen Hügeln in den Wäldern, die atemberaubenden Sonnenuntergänge und die vielen roten Häuser, die so sehr nach Bilderbuchidylle aussehen.

Und vor allem: Ruhe pur! Schon lange haben wir nicht mehr so ruhig geschlafen. Kein Mucks, kein Rascheln, einfach nichts.

Sogar die Kühe stehen hier irgendwie besonders entspannt auf der Weide. Oder liegt es vielleicht daran, dass die Natur Schwedens auf uns eine sehr entspannende und entschleunigende Wirkung hat?!

Wir können eine Reise nach Schweden sehr empfehlen und stellen hier unsere Etappen der Wohnmobilrundreise durch Schweden vor.

Unsere Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden

Ein paar Klicks im Internet und schnell ist klar: Es gibt 1001 tolle Erlebnisse und Gegenden, die man in Schweden entdecken kann. Wo sollen wir anfangen und wohin soll es gehen? Wir haben genügend Zeit im Gepäck und wollten uns auf gar keinen Fall hetzen lassen.

Letztendlich entschied dann die Wetterlage über unseren Tourverlauf. Im Westen war usseliges Wetter angesagt, im Osten Sonne. Entscheidung gefällt: Wir fahren zunächst an der Ostküste entlang Richtung Norden und schließlich an der Westküste wieder zurück.

Die Route: Über die Ostküste nach Norden, durch die Mitte und die Westküste wieder zurück in den Süden

Einige Übernachtungsmöglichkeiten und Ausgangspunkte für Wanderungen findest du in dieser Karte. Auch die beiden tollen Loppis in Skane, die wir weiter unten vorstellen, sind hier verlinkt.

Unser erster Stopp: Skane – Kulturelle Highlights in Südschweden gepaart mit langen Sandstränden

Ein faszinierendes Farbenspiel am Himmel während des Sonnenuntergangs

Skane, so heißt die südlichste Region in Schweden, die viele Touristen mit ihren langen Sandstränden, vielen kulturellen Highlights und guten Restaurants lockt.

In Ystad, einem kleinen mittelalterlichen Städtchen, machen wir Halt und schlendern durch die Gassen. Mit seinen 300 süßen Fachwerkhäusern ist Ystad auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch Fans von Henning Mankell und seinen Wallander Krimis kommen hier auf ihre Kosten: Wer auf den Spuren des Kommissars wandeln möchte, kann in Ystad an speziellen Wallander Touren teilnehmen.

Viele schöne bunte Häuschen in Ystad

Als wir uns früh morgens nach Ales Stenar aufmachen, fühlen wir uns schon ganz schön tourimäßig. Ales Stenar ist die größte Steinsetzung (von Menschen aufgestellte Steinformation) in ganz Skandinavien. Vermutlich wurde diese Steinformation vor über 1000 Jahren von den Wikingern aufgestellt. Die Steine sind in Form eines riesigen Wikingerschiffs positioniert, es ist also quasi ein schwedisches Stonehenge. Wozu die Steinformation ganz genau diente, das ist leider nicht übermittelt.

Ales Stenar

In der Nähe der kleinen Stadt Brösarp schnüren wir zum ersten Mal die Wanderschuhe. Diese Wanderung bleibt uns als einer der schönsten Wanderungen in Erinnerung. Der Brösarp Backar Wanderweg führ durch die hügelige und sandige Landschaft von Skane führt. Mehr Infos zur Wanderung Brösarp Backar kannst du im Artikel: Rundwanderwege in Schweden nachlesen.

Auf zum zweitgrößten See in Schweden: Der Vätternsee

Schweden ist bekannt für seine vielen wunderschönen Seen. Zwei davon sind ganz besonders populär: Der Vänern- und der Vätternsee. Als wir vor dem Vättern stehen, ist Anne davon überzeugt, dass wir eigentlich am Meer sind. Mit seinen 1888km2 ist am Horizont kein Ufer in Sicht und die Welle schlagen tosend gegen die Brandung. Auf dem Ellen-Key-Rundwanderweg hat man an vielen Stellen einen beeindruckenden Ausblick auf den See und seine Steilküste.

Bei der nächsten Schwedentour würden wir wohl zwischen den beiden Seen durchfahren und einen Halt im Tiveden Nationalpark machen. Das soll auch wirklich traumhaft dort sein.

Wir steuern den Store Mosse Nationalpark an und erkunden die Umgebung bei einer Wanderung über das Moor. 40 Kilometer Wanderwege durchziehen hier die Landschaft, wobei ein großer Teil der Wanderwege aus Holzlatten besteht, auf denen man knapp über dem Moor entlang geht.

Wanderweg im Store Mosse Nationalpark

Den Ort Gränna, welcher bekannt ist für seine rot-weißen Zuckerstangen, lassen wir links liegen. Die Straßen sind touristisch ziemlich überlaufen. Wir haben nicht so Lust auf Touri-Getümmel und behalten den Ort für den nächsten Schweden Besuch im Hinterkopf.

Kurzer Zwischenstop in Stockholm

Uns zieht es wieder in die Natur. Wir fahren zum Tyresta Nationalpark kurz vor Stockholm und unternehmen auch dort zwei Wanderungen. Eine der Wanderungen war total entspannt, die andere hat uns überrascht und war wesentlich anspruchsvoller als gedacht. Mehr dazu im Artikel: Rundwanderwege in Schweden.

Tyresta Nationalpark Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden
Wanderung im Tyresta Nationalpark, welcher in der Nähe von Stockholm liegt

„Ja, wenn es auf dem Weg liegt und euch keine Umstände macht, dann gerne!“ hören wir von Annes Eltern aus dem Telefon. Ok, Mission angenommen! Vor drei Jahren vergessen Annes Eltern im schwedischen Ferienhaus Nahe Stockholm ein wunderschönes Geschirr, welches sie auf ihrer Europa-Tour zuvor in Polen gekauft hatten. Und da wir ja quasi in der Nähe sind, können wir es auch eben ruck zuck einsammeln. Also schreiben wir mit der netten Vermieterin des Ferienhäuschens hin und her und holen es schließlich in Stockholm ab. Nach drei Jahren darf das Geschirr dann endlich bei Annes Eltern einziehen und wir freuen uns schon auf den ersten Kaffee aus den süßen Tässchen.

Fahrradfahren in Uppsala

Auf dem Weg Richtung Norden fahren wir auf Uppsala zu. Wie sich herausstellt, eine nette Stadt mit studentischem Flair, netten Kaffees und guter Atmosphäre. Nach so viel Wandern nehmen wir auch mal wieder unsere Fahrräder in Betrieb und rollen entspannt auf dem sehr gut ausgebauten Fahrradnetz von Uppsala. Besonders urig sind die kleinen Tiny Houses alias Hausboote auf dem Kanal.

Atemberaubende Natur im Skuleskogen Nationalpark

Unser nächstes Ziel auf der Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden ist der Skuleskogen Nationalpark. Der soll atemberaubend sein, lesen wir in vielen Berichten: Schwindelerregende Berge und tiefe Täler. Die Region Höga Kusten (= Hohe Küste) zählt zum Weltnaturerbe. Es ist fast ein bisschen wie lebendiger Erdkunde-Unterricht. Denn die Region Höga Kusten gibt einen Einblick in die Natur zur Zeit unserer Vorfahren: Auf der Wanderung sieht man, wie das Inlandeis, Landhebung und marine Erosionen die Landschaft geformt haben. Immer wieder überqueren wir riesige Steinfelder mit kleinen Bächen darunter. Die Steine sind vor tausenden von Jahren von großen Wellen bis hier hoch auf den Berg gespült worden. Wahnsinn, was für eine Kraft die Natur freisetzen kann.

Wir fahren zu allen drei Eingängen des Nationalparks und unternehmen dort jeweils eine Wanderung. An jedem Eingang des Nationalparks darf man auch übernachten, sodass man morgens direkt losgehen und nach der Wanderung nur noch ins Bett fallen kann.

Der Westeingang hat uns zum Übernachten am besten gefallen, aber die Wanderung am Südeingang war wirklich spektakulär. Die Wanderung ist allerdings nicht zu unterschätzen! Es gibt einige Kletterpassagen, die man nur machen sollte, wenn man a) fit ist und b) eine gute Wanderausrüstung hat. Nachdem es am Morgen geregnet hat, waren die Felsen zudem sehr glitschig. Wir waren auf jeden Fall froh, feste Wanderschuhe und guten Regenschutz dabei zu haben. Uns kam sogar jemand mit einem Garmin InReach (also einem Satellitentelefon) für Notfälle entgegen. Hat man den Aufstieg geschafft, dann ist der Ausblick fantastisch.

Skuleskogen Wanderung

Über die Mitte Richtung Westen: Kanufahren im Glaskogen Nationalpark

Okay, wir sind vielleicht ein bisschen zu Nationalpark-Junkies geworden. Den nächsten Nationalpark wollen wir unbedingt per Kanu erkunden. Wir fahren zum Glaskogen Nationalpark und leihen uns dort ein Kanu aus Aluminium, zwei Paddel und Schwimmwesten.

Wir sind schon gemeinsam Kanu gefahren, aber das war in Laos und die Umstände nicht vergleichbar. Wie bekommen wir das Alu-Ding ins Wasser und uns nun trockenen Fußes ins Boot? Da ziehen zwei deutsche Urlauber, in besten Outdoor Klamotten, ihr Kanu ebenfalls zur Anliegerstelle. Die haben doch sicherlich schon öfter Kanus zu Wasser gelassen, ohne selbst baden zu gehen.

„Habt ihr eine Ahnung, wie man das Kanu mitsamt Menschen in den See bekommt“, fragen wir sie. „Nein absolut keine Ahnung“, antworten sie mit einem Lachen im Gesicht. Okay, dann eben einfach nach Bauchgefühl. Anne schlüpft ins Boot, Anna schiebt etwas an und springt im passenden Moment hinterher. Wir greifen zu den Paddel und unser Kanu gleitet auf dem spiegelglatten See dahin.

Der Nebel liegt noch über dem See und es ist absolut mystisch. Diese Ruhe. Keine Menschenseele ist zu sehen und wir gleiten fast lautlos an den vielen kleinen Inseln vorbei. Das ist unser absolutes Schweden-Highlight! Nach einer Stunde Fahrtzeit steuern wir eine kleine „Schutzhütte“ für Kanuten an, machen ein Picknick und genießen den Blick auf den See. In der Hütte könnte man auch übernachten, es gibt eine Feuerstelle und jede Menge Brennholz. Einfach idyllisch und Schweden pur!

Glaskogen Kanu fahren
Kanu fahren im Glaskogen Nationalpark – unser absolutes Highlight

Mountainbiken an der Küste von Bohuslän

Es ist Zeit, mal wieder eine richtige Tour mit den Mountainbikes zu machen. In der Küstenregion Bohuslän, welche direkt an Norwegen grenzt, gibt es eine kurze aber anspruchsvolle Mountainbikestrecke. Die Tour macht wahnsinnig viel Spaß und wir kommen richtig ins Schwitzen. An manchen Stellen müssen wir die Räder allerdings tragen oder schieben. Der Ausblick auf der Hälfte der Strecke ist sehr schön und die schweren Beine, mit denen man abends im Bett liegt, sind Zeugen und Lohn der sportlichen Leistung.

Mountainbike Bohuslän

Auf ein Foto in Smögen

Smögen. Smögen. Smögen. Natürlich ist Smögen schon lange kein Geheimtipp mehr. Das beschauliche Fischerdörfchen ist in aller Munde und liegt auf dem Weg in Richtung Süden. Die bunten Häuschen, welche man zuhauf auf Instagram sieht, sind ganz am Ende des Hafens und ja, das ist schön. Aber das Örtchen ist auch super touristisch.

Wir hatten Glück das wir in der Nebensaison hier waren und das Dorf eher leer gefegt war. Die vielen geschlossenen Snackbuden am Hafen machen deutlich, wie viel hier wohl in der Hochsaison los sein muss.

Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden - Smögen

Echt schwedische Zimtschnecken in Falkenberg

Bei einer Rundreise mit dem Wohnmobil durch Schweden dürfen natürlich echte Kannebullar nicht fehlen! In Falkenberg entdecken wir eine Steinofen-Bäckerei (Solhaga Stenugnsbageri), die für ihr Gebäck nur Mehl aus der Region verwendet. Allein der Duft, als wir die kleine Bäckerei betreten, ist herrlich. Sehr glücklich spazieren wir wenig später mit einer Tüte Zimtschnecken und einem knusprigen Körnerbrot aus der Tür. Die Zimtschnecken mit einer guten Tasse Kaffee sind ein Gedicht. Die Bäckerei ist auf jeden Fall einen Abstecher wert!

Schnäppchen machen auf dem Loppis

Besonders in Skane, aber auch im restlichen Teil von Schweden, findet man immer mal wieder Schilder mit „Loppis“. Loppis sind private Flohmärkte, meist in Scheunen, in denen man durch (antike) Gebrauchtwaren stöbern kann.

Es gibt kleine Loppis und relativ große und „professionelle“ Loppis. Bei Anna Kuriosa bspw. findest du sogar fünf Scheunen mit antiken Sachen, Möbeln und ganz viel Schnickschnack.

Besonders schön fanden wir den Östregårds antik, der nur am Wochenende geöffnet hat. Dort gibt es wirklich tolle Sachen und viele Schnäppchen! Es fuhr sogar ein leerer Transporter vor, in den eine komplette Wohnungseinrichtung eingeladen wurde.

Abschluss in Skane

Dort, wo unsere Schweden Rundreise begann, dort endet sie auch wieder. Inzwischen ist es deutlich herbstlich und wir erleben viele Regentage, sodass wir die Fähre von Malmö nach Travemünde nehmen.

Insgesamt sind wir um die 3500 KM gefahren. Schweden hat uns unglaublich gut gefallen und wir werden früher oder später wiederkommen!

Einladung von Finnlines: Wir treffen Kapitän Svensson auf der Brücke

Auf der Hinfahrt hatten wir eine gemischte Erfahrung mit TT-Lines, was unsere Kabine betraf. Für den Rückweg nehmen wir ein Schiff von Finnlines.

Wir werden von Finnlines eingeladen, während der Überfahrt zum Kapitän auf die Brücke zu kommen. Wir schnacken nett mit Kapitän Svensson und sind ziemlich überrascht vom mini Joystick, mit dem das riesige Schiff gelenkt wird. Wir dürfen sogar die enge Hafeneinfahrt in Travemünde auf der Brücke miterleben. Vielen Dank an Finnlines für die Einladung und Kapitän Svensson und seiner Crew für das beeindruckende Erlebnis auf der Brücke!

Finnlines Schweden
Finnlines Rundreise durch Schweden

Unsere Reiseführer

Wer noch mehr Tipps zu Schweden möchte, dem können wir die Marco Polo Reiseführer sehr ans Herz legen.

Darin gibt es hilfreiche Informationen zu den schönsten Highlights, einige interessante Fakten über Land und Leute und Tourenvorschläge, um den Süden oder ganz Schweden zu erkunden.

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2 Comments

  • Sabine

    Das hört sich ja toll und macht richtig Lust, auch mal nach Schweden zu fahren. Es gehörte bisher nicht zu meinen Reisezielen, aber jetzt schon. Danke für die tollen Fotos und Insights.

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