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Griechenland

Rückreise von Griechenland nach Deutschland in Zeiten von Corona

Es ist Zeit die Rückreise von Griechenland nach Deutschland anzutreten. Ein gutes halbes Jahr Griechenland mit dem Wohnmobil liegt hinter uns. Es war, trotz Corona, eine wunderschöne Erfahrung: Vom Schwimmen im Meer im November bis hin zu Temperaturen knapp über null, von verlassenen Sandstränden bis hin zu beeindruckenden Bergen, von griechischer Hilfsbereitschaft bei unserer Autopanne bis hin zur Rettung zweier Welpen vom Straßenrand. Es war alles dabei.

In Griechenland nehmen wir die Fähre von Patras und werden Italien und Österreich durchfahren. Wie unsere Rückreise geklappt hat, kannst du hier im ersten Teil der Rückreise von Griechenland nach Deutschland lesen.


Mittlerweile ist es draußen schon dunkel geworden und wir hören ein leises „Girls – hey girls“ vor unserem Wohnmobil. Der Campingplatzbesitzer Jorgos steht (mit Abstand) vor unserem Camper und legt eine Tüte auf unseren Campingstuhl.

Er sagt „I come like Dracula in the night – sorry! Here is more olive oil, one bottle for you and one for you“. Wow, er schenkt uns noch einmal etwas von seinem tollen Olivenöl von den Bäumen des Campingplatzes! Aus der Hosentasche zaubert er noch dazu vier Eier seiner freilaufenden Hühnern. Es ist aktuell Fastenzeit in Griechenland und viele Griechen konsumieren in dieser Zeit keine tierischen Produkte. Wir sollen uns aus dem Olivenöl und den Eiern ein leckeres Frühstück machen, meint Jorgos.

Wir sind mal wieder absolut sprachlos aufgrund dieser Gastfreundschaft und rufen ein „Efarchistó“ in die dunkle Nacht. Als Dank designt Anna für Jorgos ein Werbeplakat, mit dem er den Gästen auf den Campingplatz sein Olivenöl richtig schmackhaft machen kann. Er freut sich riesig!

Wir wollen morgen Vormittag los und begleichen schonmal unsere Rechnung: 700 Euro haben uns die letzten Wochen (inkl. 6 Waschmaschinen und 2x 3L Kanistern Olivenöl) gekostet.

Genauso viel haben wir auch zu Beginn des Lockdowns auf dem Ionion Beach Campingplatz ausgegeben, allerdings für eine wesentlich kürzere Aufenthaltsdauer.

In Stoupa fühlen wir uns so richtig wohl. Das war auch ein Grund, warum wir fast 3 Monate hier geblieben sind. Okay, es war auch Lockdown und Weiterfahren hätten uns 300€ Strafe pro Person kosten können. Diese potentielle Geldstrafe für Lockdownverstöße haben wir lieber in den Campingplatz investiert, davon hat dann auch Jorgos was.

Wir machen jetzt auch Werbeplakate

Mittlerweile sind zwei „neue“ Gäste auf dem Campingplatz Kalogria angekommen. Wobei neu nicht ganz passt: Bereits seit 16 Jahren fahren Klaus und Karin nach Stoupa auf den Campingplatz. Sie sind jetzt auch die Besitzer von Sweetheart und Honeypie (oder so ähnlich), zwei Katzenbabys, die auf dem Campingplatz geboren wurden. Jorgos hatte den Campingplatz zum ersten Mal auch im Winter geöffnet und konnte sich so um die beiden Tiger kümmern. Inzwischen haben sie sogar Halsbänder und dürfen wohl mit Klaus und Karin nach Deutschland reisen.

Klaus hat bei einem früheren Aufenthalt einen Drucker aus Deutschland mitgebracht. So kann uns Jorgos jetzt noch die Dokumente für unsere Rückreise von Griechenland nach Deutschland ausdrucken. Bitte keine Kommentare zum Thema „Drucker im Wohnmobil“ 😉

Die Rückreise von Griechenland nach Deutschland beginnt

Auf greekferries.gr buchen wir für Sonntag um 17:00 Uhr eine Fähre nach Ancona für uns drei (also wir beide und Berta). Es macht preislich überhaupt keinen Unterschied, ob wir die Fähre von Patras oder von Igoumenitsa aus nehmen. Lediglich die Fahrzeit auf der Fähre unterscheidet sich. Wir entscheiden uns für Patras, denn von der Mani sind es nur ca. 260km dorthin und wir sparen uns die Maut.

So gerne würden wir noch in Griechenland bleiben, aber wir sind mit unserem Camper bereits 6 Monate im Land und müssten daher (laut Gesetz) unser Fahrzeug jetzt in Griechenland „anmelden“ oder das Land mit dem Fahrzeug verlassen. Anmelden wollen wir natürlich nicht und es ist leider nicht rauszubekommen, ob oder wie wir einen Aufschub organisieren könnten. Falls du das weißt, dann bitte hinterlasse uns doch einen Kommentar oder schreibt uns eine Mail an kontakt@perspektivan.de . Das gilt übrigens in jedem europäischen Land, allerdings mit teilweise unterschiedlichen Fristen.

Wir tanken unser Frischwasser auf dem Campingplatz nochmal auf, gehen duschen und dann ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Wir winken Jorgos, Klaus und Karin und brausen los. Das Fahren hat uns schon etwas gefehlt, in der letzten Zeit.

Hach, Griechenland – du bist wirklich wunderschön!“ denken wir, während wir Richtung Patras fahren. Gemütliche 120 Km wollen wir heute schaffen, dazwischen noch die Lebensmittelvorräte etwas aufstocken und bis zum Strand von Kato Samiko fahren. Dort haben wir schon mal eine sehr ruhige Nacht inklusive Hunde-Wachdienst verbracht.

Als wir in Kato Samiko ankommen, sehen wir schon einen weiteren Sprinter etwas abseits auf dem Schotterparkplatz stehen. Außerdem parkt ein niederländisches „Wohnmobilschiff“ direkt auf der schönen Grasfläche. „Ach ja, warum muss man sich denn mit seinem 5 Tonner ausgerechnet auf die Grasfläche stellen?“ Es gibt genügend freie Fläche auf dem Schotter… anderes Thema!

Das war MEHR als nur eine Überwinterung in Griechenland

Wir sind müde. Gut, dass wir eine Übernachtung eingeplant haben, wir hätten nicht weiterfahren können / wollen. Und so machen wir uns etwas zu Essen und lassen unsere Zeit in Griechenland Revue passieren. Auf den zahlreichen Bildern auf unseren Handys sehen wir: Mit jedem Monat haben sich unsere Gesichtszüge entspannt, mittlerweile sind wir sogar gebräunt. Griechenland – wir danken dir!

Fast 1,5 Jahre liegen nun zwischen unserer Entscheidung, eine Weltreise anzutreten, der Aufgabe unserer Kölner Wohnung und unserer Jobs, das Ende von Annes Profi-Fußballkarriere und dem Beginn unserer Asientour. Diese 1,5 Jahre haben wir auch gebraucht, um einmal abschalten zu können.

Wir sind rückblickend unglaublich dankbar, dass wir es uns selbst erlaubt haben, einfach mit wenigen Dingen in die Welt zu ziehen. Mittlerweile ist daraus auch viel mehr als eine Reise in einem Camper oder mit einem Rucksack geworden. Unsere Perspektive auf das Leben, auf das Arbeiten und auf das, was uns wirklich wichtig ist, erweitert sich. Aber dazu mal mehr, in einem anderen Beitrag.

Rückreise von Griechenland nach Deutschland

Wir treten die Rückreise an – viele Camper kommen gerade erst an

Später am Abend zählen wir die Wohnmobile durch: Inzwischen sind es insgesamt 7 Stück, inklusive uns. Das ist zu viel für einen Strand. Auch ein weiterer Grund für uns, die Heimreise anzutreten: Es wird langsam voll. Bei vielen Campern an einem Platz können wir auch verstehen, wenn die Anwohner irgendwann genervt sind.

Am nächsten Morgen steht Anna früh auf, um den Sonnenaufgang zu sehen und noch ein paar Fotos zu schießen. Zum Frühstück gibt es Müsli mit Erdbeeren – so lecker! Nach einem zweiten Kaffee geht es dann weiter Richtung Norden. Diese Strecke gefällt uns ehrlich gesagt landschaftlich nicht so sehr, jedenfalls ist es kein Vergleich zur Mani.

rückreise von griechenland nach deutschland
rückreise von griechenland nach deutschland

In Patras angekommen, wollen wir nochmal ordentlich volltanken. Der Tankwart gibt alles und befreit sogar unsere Windschutzscheibe vom Sahara Staub. Wir sind randvoll mit Diesel und können die nächsten 800 KM runterrocken.

Schnurstracks geht es weiter zum Hafen in Patras.

Und so geht es nächste Woche weiter:

Was uns in Patras erwartet, warum ein fremder Mann in unsere Berta steigt und wie wir Zeugen einer „Crime Scene“ am Hafen werden, das erfahrt ihr nächste Woche im Teil 2 : Rückreise von Griechenland nach Deutschland in Zeiten von Corona.

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6 Comments

  • die Schwaegerin

    Man wird direkt mit wehmuetig-nostalgisch, wenn man euren Beitrag liest.
    Hoechste Zeit fuer das naechste Abenteuer? 😉

    Sehr schickes Werbeplakat! Ihr habt nich zufaellig Bertas versteckten Olivenoel-Tank nochmal aufgefuellt, fuer die Zeit in Deutschland? 🙂

    • Anne und Anna

      Es ist eigentlich immer höchste Zeit für das nächste Abenteuer 😉 Falls du auch Marketingmaterialien brauchst, sag einfach Bescheid. Natürlich haben wir unseren Olivenöl-Tank randvoll gemacht, bevor wir losgefahren sind. Das Öl hat eine so tolle Qualität und ist super aromatisch. Ein wenig von diesem Olivenöl auf eine Scheibe Brot und etwas Salz obendrauf, einfach super lecker! Ein bisschen wir Griechenland auf der Zunge 🙂

  • Karin

    Lese sehr gerne eure Berichte. Wir fahren jedes Jahr nach Griechenland,auch immer wieder nach Stoupa. Klaus und Karin kennen wir seit Jahren, ist immer sehr schön dort zu sein. Das Plakat welches Anna designt hat, sieht toll aus. Und das Oel von dort ist eines der Besten. Kommt gut nachhause.

    • Anne und Anna

      Das freut uns sehr, dass dir unsere Berichte gefallen – danke! Wir sind gut in Deutschland gelandet und schauen aktuell sehr neidisch auf den griechischen Wetterbericht. Wir werden auch auf jeden Fall nach Stoupa zurückkommen, ein richtiger Wohlfühlort! Zum Glück haben wir erstmal genug Olivenöl mitbekommen und wenn es leer ist, müssen wir wohl „notgedrungen“ zurückfahren 😉 Herzliche Grüße!

  • Stiefmutti

    Auf besonderen Wunsch verzichte ich auf den Kommentar zum Drucker……….und der Cliffhänger ist phänomenal und die Fotos von euch beiden zuckersüß! Wir freuen und auch auf euch!

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