Reise Blog

Panne auf der Heimfahrt – oh nein!

Die 24h auf hoher See von Griechenland nach Italien vergehen ziemlich entspannt. Wir machen es uns gemütlich und schauen unseren Vorrat an Netflix-Sendungen. Um Mitternacht fahren wir in den Hafen von Igoumenitsa ein und es werden noch ein paar Fahrzeuge aufgeladen. Am späten Nachmittag heißt es dann Welcome to Italy.

Camping on Board
24h Camping on Board – und wir sind in Italien

Nanu – hörst du das?

Als wir gerade von der Fähre fahren, hören wir „es“ zum ersten Mal. „Es“ ist ein leises Geräusch, was wir so an Berta noch nicht gehört haben. „Es“ kommt vom hinteren rechten Rad. „Es“ hört sich an wie ein leichtes scheppern, schleifen und rattern. „Es“ klingt eher nicht so gut, aber wir sind im Transit und haben bis nach Hause noch einige Kilometer vor uns.

Wir fahren vom Hafengelände und sind selbst erstaunt, wie gut wir uns hier noch auskennen. Schnell finden wir den Weg auf die italienische Autobahn und poltern über die Schlaglöcher der Autostrada.

Buena notte in Italien

Wir kommen erst um 18:30 Uhr in Italien an, da unsere Fähre 2,5 Stunden Verspätung hat. In Italien ist derzeit ab 22:00 Uhr allerdings Ausgangssperre, so dass wir nicht mehr so viel Zeit zum Fahren haben. Eigentlich hatten wir uns einen netten Stellplatz in Norditalien ausgesucht, um auf der Strecke einmal zu übernachten. Anne gibt alles, aber die geplante Strecke schaffen wir wegen der Verspätung der Fähre leider trotzdem nicht ganz. Um 21:59 Uhr rollen wir auf einen anderen passablen Wohnmobil Stellplatz: Buena notte.

Am nächsten Morgen vereinbaren wir telefonisch unsere Testtermine für den PCR-Test und den Schnelltest in Deutschland. Heute müssen wir ordentlich Strecke machen und es gibt zwei Optionen:

  1. Nochmal in Italien übernachten, kurz vor der Grenze nach Österreich
  2. Komplett bis nach Deutschland fahren und dort kurz hinter der Grenze schlafen

Wir fahren erstmal los und machen es davon abhängig, wie weit wir kommen. Verona, Bologna und Bozen fliegen an uns vorbei. Also najaa „vorbeifliegen“ – mit ungefähr 90 km/h. Und mal wieder erwischen wir uns dabei, wie uns diese Mist-Pandemie nervt: So gerne würden wir anhalten und „Due espressi“ bestellen. Na gut, dann eben nächstes Jahr.

Transit durch Österreich

Kurz vor der Grenze zu Österreich „besichtigen“ wir den letzten italienischen Parkplatz, auf welchem wir übernachten könnten. Es stellt sich als riesiger Parkplatz an der Autobahn heraus, der vorwiegend von LKW Fahrern benutzt wird. Als wir an der Einfahrtschranke zum Parkplatz bremsen, hören wir „es“ wieder. Diesmal ist es etwas lauter, aber Berta bremst sauber und es hilft ja nichts: Wir sind im Transit durch Italien und müssen weiterfahren.

Der Parkplatz wirkt irgendwie seltsam und wir entscheiden uns somit für Option 2: Weiterfahren durch Österreich und ab nach Good old Germany. Kurz hinter der deutschen Grenzen gibt es einen kleinen Parkplatz, auf dem wir auf der Hinfahrt schon friedlich übernachtet haben.

An der österreichischen Grenze erhalten wir einen Zettel, welchen wir einmal quer durchs Land fahren und dem Grenzbeamten auf der anderen Seite Österreichs wieder in die Hand drücken sollen. Wir kaufen uns noch eine Vignette und dann geht es ab auf die Brenner Autobahn. Wir haben einige Stunden Zeit für den Transit durch Österreich, das reicht locker.

Mercedes Sprinter Cicada

Den Brenner mit Motorbremse runter

Anne schafft es, die Brennerautobahn fast ausschließlich mit Motorbremse hinunterzufahren, um das Geräusch hinten rechts nicht zu verstärken. Trotz Brems-Vermeidungs-Strategien können wir dabei auch noch das Panorama der wunderschönen Alpen genießen.

Und schon haben wir Österreich passiert, geben dem Grenzbeamten unser Zettelchen und sind schwuppdiwupp in Deutschland eingereist. Kein Test, keine Fragen, kein Anhalten – nix. Ein kurzes Nicken des deutschen Grenzbeamten und wir sind pünktlich, entsprechend unserer Onlineanmeldung, in Deutschland.

Auch dieser Fahrtag neigt sich dem Ende zu und wir rollen auf den gleichen Stellplatz, wo wir vor über einem halben Jahr schon eine Nacht verbracht haben. Morgen steht uns dann noch die restliche kurze Strecke bis nach Franken bevor.

Das Geräusch wird zur Panne an den Bremsen

Am nächsten Tag ist aus dem Geräusch dann endgültig ein Problem geworden. Als wir den Parkplatz verlassen wollen, kommt ein Rattern am Bremspedal dazu: Die hinteren Bremsen schleifen auf Metall.

Vor der Abfahrt nach Griechenland sollte die Werkstatt extra unsere Bremsen prüfen, um genau diese Situation zu vermeiden. Es wurde nichts beanstandet und darauf haben wir uns verlassen – war aber wohl nicht so.

Es sind nur noch 300 KM bis nach Franken. Vorausschauend fahren? Wenig bremsen? Was könnte im schlimmsten Fall passieren? Die Bremsscheibe bricht, der Reifen platzt .. Das ist zu gefährlich für uns und alle anderen Autofahrer.

Der ADAC ist uns, im Gegensatz zu unserer Panne in Griechenland, keine Hilfe. Sie können uns auch nicht mitteilen, wo wir Berta abstellen sollen, damit sie von einem 40t Abschlepplastwagen aufgeladen und abgeschleppt werden kann. Letztendlich wird uns angeboten, wir kümmern uns um alles selber und der ADAC übernimmt die Kosten. Und genau das haben wir gemacht.

Wir finden tatsächlich eine Werkstatt in der Nähe, die kurz vor Feierabend noch einen Blick auf unsere Berta wirft und uns die beiden hinteren Bremsen austauscht. Und das alles komplett kontaktlos, vielen Dank!

Mercedes Sprinter Bremse Hinterrad

Ohne weitere Probleme fahren wir die letzte Etappe nach Hause und auf der Strecke zeigt sich: Es ist viel Verkehr und wir sind froh, jetzt wieder zuverlässige Bremsen zu haben.

Wir erledigen unsere PCR-Tests und bekommen am nächsten Tag bestätigt: Unsere Tests sind negativ. Mit einem zweiten negativen Test können wir nach 5 Tagen unsere „Caravantäne“ verlassen.

Wir freuen uns, endlich in die Arme von Annes Eltern fallen zu können.

P.S.: Der ADAC hat uns zwar im Regen stehen lassen, aber immerhin nachträglich die Reparaturkosten, wie vereinbart übernommen.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn oder unterstütze uns via PayPal – danke!

2 Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.