Einreise nach Deutschland
Griechenland

Einreise nach Deutschland – Die Vorbereitungen

Mit einer Übernachtungspause sind wir von Stoupa auf der Mani nach Patras gefahren. Von Patras wollen wir die Fähre nach Ancona nehmen, Italien und Österreich durchqueren und schließlich nach Deutschland einreisen. Was wir im Vorfeld des Transits durch Italien und Österreich und der Einreise nach Deutschland alles vorbereiten müssen und was wir erleben, bis wir endlich auf die Fähre nach Italien dürfen, erfährst du hier.


Wir kurven etwas ratlos über das Hafengelände in Patras. Wo genau sollen wir uns hier unsere Tickets abholen? Die Gebäude auf der linken Seite sehen alle gleich und vor allem verlassen aus. Ein Blick in die staubigen Fenster der flachen Bürogebäude zeigt, hier steht wirklich sehr viel leer.

Wir parken erstmal unser Mobil und versuchen zu Fuß den Check-In zu finden. Nach etwa 500m fällt Anna ein: Mist, Fahrzeugschein vergessen!

Die Sonne scheint, während wir zu Berta zurücklaufen – warum fahren wir nochmal zurück nach Deutschland? Wir überlegen kurz das Fährticket zu stornieren und einfach zu bleiben. Das Klima in Griechenland ist einfach wunderbar um diese Jahreszeit.

Ah – da! Etwas „schüchterne“ Schilder mit „Anek Lines“ und „Minoan“ weisen uns dann doch den Weg zum Check In. Als Verantwortliche für „Transport & Logistics“ betritt Anna das Hafengebäude, während Anne die Berta hütet und bei Bedarf vom etwas illegalen Parkplatz fahren könnte. Es ist nichts los im Gebäude. Nur die Mitarbeiter der Fährgesellschaften sitzen hinter ihren Schreibtischen.

„We have booked a ferry to Ancona“ und Anna zieht schon unsere Ausweise aus dem Rucksack. Die sehr nette Mitarbeiterin ist tiefenentspannt und meint: „No, no, I don’t need your papers. Just checking your birthdays and your license plate“. Und so wiederholt sie unsere Geburtsdaten und unser Kennzeichen und Anna nickt alles ab. Perso, Fahrzeugschein und ADAC-Karte – diese Unterlagen möchte sie gar nicht sehen. Der Check-in ist wirklich absolut kontakt- und problemlos.

Nach 2 Minuten verlässt Anna das Gebäude mit unseren Fährtickets, zwei Schildern für die Windschutzscheibe mit „Ancona“ und „Camping on Board“ und einer Plastikkarte, um in das Board-Restaurant zu kommen.

Die Dame vom Check In wollte uns netterweise auch noch die Dokumente in die Hand drücken, die wir für die Einreise nach Italien benötigen – aber die hatten wir uns ja schon bei Jorgos auf dem Campingplatz besorgt.

Doch welche Dokumente und Vorbereitungen sind denn nötig, um von Griechenland über Italien und Österreich nach Deutschland einreisen zu können? (Stand: Ende April 2021)


Einreise nach Deutschland aus Risikogebiet – was ist zu beachten?

In den letzten Tagen vor der Abfahrt haben wir uns über die aktuellen Einreisebestimmungen (Stand: Ende April 2021) nach Deutschland informiert, da sich die Einreisebestimmungen ja im Moment immer mal wieder ändern. Auch Griechenland ist im Februar zu einem Risikogebiet erklärt worden, weswegen es zum Zeitpunkt unserer Fahrt strengere Regeln für die Einreise nach Deutschland gibt.

Die aktuellsten und zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Informationen findest du auf den offiziellen Websites Griechenlands, Italiens und Österreichs. Für Deutschland gibt es die aktuellen Informationen z.B. auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Welche Dokumente brauchen wir für die Durchreise durch Italien und Österreich?

Egal wohin du fährst, checke vorher ob du aus einem aktuellen Virusvariantengebiet kommst oder durch ein solches durchfährst?

Falls ja, dann gelten vermutlich strengere Vorschriften. Beispielsweise war Tirol vor kurzer Zeit noch ein solches Virusvariantengebiet. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt auf unserer Rückreise durch Tirol durchgefahren wären, auch ohne einen einzigen Stopp, hätten wir schon an der Grenze zu Deutschland einen negativen PCR Test gebraucht. Also prüfe am besten deine Strecke, ob sie durch Virusvariantengebiete führt und welche Regelungen in diesem Fall gelten.

Transit durch Italien

Aus Griechenland kommend brauchen wir für Italien folgende zwei Dokumente pro Person: Pre-boarding Health Declaration Questionnaire & Self-declaration Form for Entering Italy from Abroad. Die Dokumente nimmt uns dann die Fährgesellschaft wieder ab, wenn wir auf das Schiff fahren. Wir brauchen für Italien keinen Corona Test, da wir nur im Transit durchfahren. Für den Transit durch Italien gilt für uns:

  • Einreisedokumente ausgefüllt mitnehmen
  • Maximal 36 Stunden Aufenthalt in Italien
  • Anhalten nur für Tanken, Notfälle und Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit

Transit durch Österreich

Der Transit durch Österreich ist relativ einfach. Wir brauchen keine Anmeldung oder ähnliches, allerdings muss der Transit auch „durchgezogen“ werden. Das ist aber problemlos möglich, so lange ist die Strecke durch Österreich ja nicht.

  • Maximal 12 Stunden Verbleib in Österreich
  • Kein Anhalten und keine Übernachtung
  • Bei Einreise erhält man vom Grenzpolizisten einen Zettel mit der Uhrzeit, wann wir eingereist sind. Diesen geben wir bei Ausreise wieder ab

Welche Dokumente brauchen wir für die Einreise nach Deutschland?

Griechenland, Italien und Österreich gelten zum Zeitpunkt unserer Fahrt als Risikogebiete. Wir haben kein Virusvarientengebiet durchfahren und brauchen daher nicht schon bei Grenzübertritt nach Deutschland einen PCR Test. Wir müssen uns aber VOR der Einreise nach Deutschland online registrieren und unseren Einreisetag melden. Die Registrierung läuft problemlos und wir bekommen eine Email vom Gesundheitsamt, welches für uns „zuständig“ ist.

Muss ein Test bei der Einreise nach Deutschland vorgewiesen werden?

Die E-Mail enthält auch nochmal viele Informationen zur Einreise, Tests und Quarantäne. Wir brauchen für die Einreise nach Deutschland bzw. den Grenzübertritt zwar noch keinen PCR Test. Allerdings müssen wir uns innerhalb von 48 Stunden nach Einreise nach Deutschland per PCR Test testen lassen und das Ergebnis dem Gesundheitsamt mitteilen. Schnelltests und Selbsttest sind hierbei nicht ausreichend. Wahlweise kann man den PCR Test auch schon im Ausland, also vor der Einreise nach Deutschland machen. Dann darf er aber nicht älter als 48 Stunden bei Einreise nach Deutschland sein und auch dieses Ergebnis muss dem Gesundheitsamt mitgeteilt oder nachgewiesen werden.

Wir haben uns schon vor unserer Einreise telefonisch beim örtlichen Testzentrum einen Termin für einen PCR Test geben lassen (Beim Test benötigt man seinen Personalausweis und die Krankenkassenkarte). Im Nachhinein war das total sinnvoll, denn die Termine sind gut gebucht.

Müssen wir nach der Einreise nach Deutschland in Quarantäne?

Ja, das müssen wir. Wir sind in Quaranäne gegangen und haben den obligatorischen PCR-Test gemacht. Am 6. Tag haben wir einen freiwilligen zweiten Corona-Test (Schnelltest) bei einer örtlichen Teststelle gemacht und durften mit diesen zwei negativen Testergebnissen die Quarantäne beenden. Wer auf den zweiten Test verzichtet, der muss aktuell 10 Tage in Quarantäne bleiben.


So, alle Formalien geklärt, dann geht es weiter zu unserer Rückreise und Einreise nach Deutschland.

Es ist erst 13:00 Uhr. Wir haben also noch viel Zeit, bis wir um 16:30 Uhr auf das Hafengelände fahren sollen. Wir parken auf einem LKW Parkplatz und machen uns erstmal gemütlich etwas zum Mittagessen. Inzwischen ist einige los auf dem Hafengelände. Anne sieht einen jungen Mann zwischen den Autos schlendern, der sich immer wieder umsieht und irgendwie eine merkwürdige Ausstrahlung hat: „Hier schleichen aber auch in paar komische Gestalten umher.“

Crime Scene Patras

Während wir unsere Tortellini verspeisen, rennen plötzlich zwei junge Männer im Vollsprint an uns vorbei über die Straße. Einer davon ist tatsächlich derjenige, den Anne vorher schon gesehen hatte. Kurz später sehen wir einen Polizisten hinterherrennen. Allerdings ist er nicht so schnell, da er sich im Sprint auch noch seine Hose festhalten muss. Ein Polizeiauto rauscht an und zwei weitere Polizisten springen aus dem Auto. Die beiden jungen Männer sind natürlich bereits irgendwo zwischen den Gebäuden verschwunden und erstmal über alle Berge.

Während wir beim Dessert sind und die letzten Erdbeeren vernaschen, sehen wir die Hafenpolizei auf Motorrädern die Straße hoch und runter fahren. Die Suche nach den beiden Männern geht in die zweite Runde und es ist irgendwie surreal, wie im Fernsehen. Denn wir sitzen in unserem Camper und schauen aus dem Fenster, aber sind doch nur 200m von der Verfolgungsjagd entfernt.

Und als wir dann beim Kaffee angekommen sind, sehen wir sie: Die jungen Männer verstecken sich auf den Dächern der Hafengebäude. Einer der beiden versteckt sich hinter den Solarpanelen, der andere sitzt auf dem Dach hinter einer Mauer. Die Polizisten sehen die beiden dort nicht, da sie viel zu nah an den Gebäuden stehen. Durch unsere Entfernung haben wir einen sehr guten Blick auf die Dächer. Als die Polizei weiterzieht, verschwinden auch die beiden Männer aus unserem Sichtfeld.

Ob sie schon öfter versucht haben, die Männer zu erwischen? Ob sie jemals einen davon schnappen? Was wohl der Grund der Verfolgungsjagd ist?

Es ist Zeit zum Check-In

Um 16:30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Check-in. Es ist weit und breit kein anderes Wohnmobil zu sehen. Ob wir die einzigen mit Camping on Board sind?

Unser Kennzeichen wird kontrolliert und wir reihen uns hinter einem LKW ein. Wir sehen, dass alle LKWs geöffnet und kontrolliert werden. Kein Fahrzeug kommt auf die Fähre, ohne dass Mitarbeiter der Polizei in die LKWs steigen und sie durchsuchen. Nach was suchen sie? Vielleicht nach Menschen? Nach Drogen?

Unser Fahrzeug wird gründlich inspiziert

Und dann sind wir an der Reihe. „May I step inside?“ sagt der Hafenmitarbeiter. Irgendwie höflich von ihm, auch wenn es natürlich eine rhetorische Frage ist. Anna nimmt noch den hellen Teppich zur Seite und sagt „of course“. Und schwuppdiwupp haben wir einen fremden Mann mit Klemmbrett in unserer Berta stehen, der alles ganz gründlich inspiziert.

Dann winkt der Hafenmitarbeiter nach uns: Ob wir das Bett herunterziehen könnten? Anna zieht unser Bett nach unten und der Beamte ist zufrieden, dass dort niemand zu finden ist. (Zur Erklärung: Unser Bett ist im Hochdach positioniert und kann mit Hydraulikfedern nach oben und unten geklappt werden). Unser Inspektor wirkt allerdings noch nicht ganz überzeugt und Anna fragt, ob wir auch den Küchenschrank aufmachen sollen? Nein, das scheint doch zu reichen, denn er und sein Klemmbrett verlassen unser Wohnmobil.

Wir sollen noch unsere Hecktüren öffnen und mit einem Blick scheint ihm klar zu sein: In diesem Camper sind wirklich nur diese zwei Frauen. Wir dürfen in Richtung Fähre weiterfahren.

Und wo geht es jetzt hin?

Und nu? Wir sind schon wieder ratlos. Eine Superfast Fähre steht schon bereit, das wäre aber viel zu früh?! Eine Fähre von Minoan kommt gerade an. Mit dieser Fährgesellschaft fahren wir allerdings nicht. Wo sollen wir uns hinstellen?

Ha! Doch, da am anderen Ende steht noch ein deutscher Camper! In der Windschutzscheibe sehen wir ebenfalls ein „Ancona“ Schild. Das ist auf jeden Fall die heißeste Spur zu unserer Fähre, deshalb stellen wir uns in die Nähe. Dann kommt noch ein VW Bus und eine Vati-Opa-kleiner-Sohn-kleine-Tochter-Truppe mit Wohnwagen, mit den gleichen Schildern in der Windschutzscheibe. Okay, dann sind wir also die Camping on Board Crew für die nächsten 24h. Tatsächlich werden es auch nicht mehr Camper für die Überfahrt.

Einreise nach Deutschland aus Griechenland
Zwei weitere Wohnmobile mit dem Schild „Ancona“ – Hier müssten wir richtig stehen

Ein Drogenspürhund wird noch um alle Fahrzeuge geführt.

Aber bei uns gibt es ja außer Olivenöl und Karotten nichts zu holen.

Und da ist sie: Die Superfast XI!

Abfahrt nach Italien wäre um 17 Uhr gewesen. Da war das Schiff aber noch nicht mal da. Nachdem einige LKWs im Schiff verschwunden sind, werden wir schließlich nach vorne gewunken. Trotz der Verspätung sind die Mitarbeiter der Fähre angenehm entspannt. Auf der Fahrt von Italien nach Griechenland war das Geschrei und Gewinke auf dem Schiff wesentlich hektischer.

Einreise nach Deutschland aus Griechenland

Ein Mitarbeiter mit einer „Blitzdings-Temperatur-Pistole“ checkt noch jeden Passagier, ob dieser Fieber hat. Nein, haben wir nicht und somit kommen wir der Fähre wieder einen Schritt näher.

Kurz bevor wir drauf rollen, werden uns alle Papiere für Italien abgenommen und wir kurven durch das Schiff bis wir auf dem das Open Deck landen. Leider wieder kein Fensterplatz, aber dafür in der Pole Position mit Blick zum Himmel!

Es ruckelt zwar noch nicht, aber Anna nimmt schon mal präventiv eine Tablette gegen Reiseübelkeit. Schadet ja nicht!

Die Überfahrt nach Italien beginnt

Jetzt starten sie: Unsere 24 Stunden auf hoher See. Wir werden wohl mit ziemlicher Verspätung in Italien landen. Ein weiteres Wohnmobil gesellt sich in Igoumenitsa um Mitternacht noch zu uns auf das Open Deck – das holländische Pärchen stand tatsächlich auch mal ein paar Tage neben uns in Stoupa auf dem Campingplatz. Witzig, so klein ist die Welt! Wir sind auf der ganzen Fähre nun also 5 Wohnmobile, im Vergleich zur Hinfahrt im Oktober ist das richtig wenig. Die Fähre ist trotzdem voll mit LKWs.

Einreise nach Deutschland aus Griechenland
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Der Blick aus unserem Küchenfenster
Einreise nach Deutschland aus Griechenland

Und so geht es weiter:

Läuft der Transit durch Italien und Österreich glatt und schaffen wir es rechtzeitig zu unserem Corona Test nach Deutschland?
Lies hier die Fortsetzung unserer Rückreise
: >> Panne auf der Heimfahrt

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