Finanzierung

Die Idee der „Weltreise“ – und wie viel kostet das wohl?

Saftig-grüne Wiesen, schneebedeckte Berge und glasklare Seen huschen am Fenster unseres Doppeldecker Flixbuses vorbei.

Brottüten rascheln, überall ist Gemurmel und hinter uns ein ganz leises Schnarchen zu hören – wir sind gerade auf einer 8-stündigen Busfahrt von Mailand nach Basel. Unser zweiwöchiger Interrail – Italien Sommerurlaub neigt sich langsam dem Ende zu. Die letzten beiden Tage unseres Urlaubes wollen wir bei Annas Mutter in der Schweiz verbringen.

Für die Interrail Reise haben wir uns ganz bewusst entschieden. Wir waren in unserem großen Urlaub Ende 2016 in Malaysia und Annes Flug war wegen starker Schneefälle in der Türkei abgesagt worden und sie musste 4 Tage warten, bis sie nach Hause fliegen konnte. Deswegen hatten wir für den Sommer Lust auf ein europäisches Reiseziel. Außerdem lieben wir italienisches Essen und natürlich: Italienischer KAFFEE – Nicht von dieser Welt! Also ab ging es mit dem Zug durch Italien! Können wir euch sehr empfehlen, es war eine schöne und sehr freie Art zu reisen!

Verträumt beobachte ich die Landschaft und kann mich gar nicht satt sehen an der wunderschönen Schweiz. In meinem Ohr brabbelt der Leser meines Hörbuchs über Reichtum. Anfangs dachte ich, es geht um finanziellen Reichtum. Der Autor spricht aber vielmehr davon, reich an Erfahrungen zu sein. Er schwärmt von den wichtigen Wünschen, für die es sich lohnt, sein Geld zu investieren.

Ich frage mich: Was ist mein ganz persönlicher Wunsch?

Mein Kopf rattert und rattert, dann überschlagen sich meine Gedanken. Die Gedanken rauschen genauso schnell vorbei, wie die Landschaft am Fenster. Anscheinend habe ich doch gaaaaaaaanz viele Wünsche, die bisher noch unerfüllt sind und ein Wunsch ist besonders groß!

Mit großen Augen frage ich Anne:

„Was glaubst du, wie viel würde eine Weltreise für ein Jahr kosten?“

BÄM! Die Idee der Weltreise war geboren!

Anne ist sofort voll dabei: „Weltreise?! Mega Idee! Habe ich schon oft drüber nachgedacht, lass uns das machen!“ Als hätte der Gedanke nur darauf gewartet, ausgesprochen zu werden.

Ab jetzt geht es los! Andere Weltreisende berichten, dass sie ca. 1000 Euro pro Monat brauchen – natürlich je nachdem, wie man reist. Wir kalkulieren, wie viel Geld wir aktuell pro Monat brauchen: Wie viel geben wir für Lebensmittel aus? Wie viel für die Miete? Wie viel kostet uns das Auto? Wie viel können wir sparen? Wir kommen zu dem Schluss, dass es absolut machbar ist, sich eine Weltreise zu leisten.

Der Traum „Weltreise“ wird innerhalb von ein paar Minuten absolut greifbar. Wir überlegen weiter und kommen so richtig ins Träumen:

Was wir alles machen könnten! Spanisch lernen, Tauchen gehen, faul am Strand liegen, neue Kulturen kennenlernen. Und am wichtigsten wir könnten frei sein – frei von langweiligen Meetings, viel zu langen Arbeitswegen, Staus, tausend Trainingseinheiten, Laufplänen und Erwartungen anderer.

Dieser Gedanke findet sofort fruchtbaren Boden in unseren Köpfen, denn wir fühlten uns in den letzten Jahren oft fremdbestimmt. Dabei ist es doch unsere Zeit, unsere Lebenszeit! Wir sollten entscheiden, was wir damit anfangen wollen, wohin uns unsere Füße tragen. Aber wir fühlen uns eingeengt: Wir sichern uns unsere 30-Urlaubstage für bestimmte Zeiträume im Jahr. Die restliche Zeit sind wir 5 ganze Tage in der Woche im Büro – um dann gnädigerweise 2 freie Tage zu haben?!

Wir haben das Gefühl, auf diese Art eine Menge Lebenszeit zu verlieren und dass diese Rechnung für uns gerade so irgendwie nicht aufgeht. Es fühlt sich an als wäre ein großer Traum entstanden und eine Vision setzt sich fest und denkt gar nicht daran, wieder zu verschwinden.

Wir fühlen uns, als säßen wir schon viel zu lange in diesem Flixbus des Lebens, der sehr hastig fährt und keine Zeit hat, an einem schönen Aussichtspunkt auf dem Weg zu verschnaufen. Da draußen rast das Leben, die wunderbaren Landschaften, die Freiheit an uns vorbei. Die Tage, die Monate, die Jahre verfliegen und wir fahren mit, ohne eine Chance dieses hastige Tempo zu drosseln.

Wir wollen etwas ändern, wir wollen aus diesem Bus aussteigen, entspannen, runterkommen und die Zeit wieder richtig erleben!

Aber dann kamen sofort die Zweifel und der Wunsch nach Sicherheit

… das ganze hart erarbeitete Geld einfach ausgeben für die Erfüllung von einem Wunsch? Aber was passiert, wenn ich meine hohe Kante ausgebe und dann passiert irgendwas? Der Autor des Hörbuchs erklärt, dass eine gewisse Sicherheitssumme hilfreich ist, um sich in schlechten Zeiten z.B. durch Jobverlust finanziell abzusichern. Die Sicherheitssumme sollte ungefähr für sechs Monate reichen – in dieser Zeit (der Autor ist ganz optimistisch) – kann man sich wieder berappeln und es kommen bessere Zeiten mit neuen Einnahmen.

Die Sicherheitssumme

Der Autor rät zu einer ganz einfache Rechnung: 6x das aktuelle Netto-Einkommen reicht als finanzielle Sicherheit für ein halbes Jahr. Das heißt aber auch: Der Rest könnte theoretisch für die Erfüllung von Wünschen drauf gehen!

Rechne dir aus, wie viel das bei dir wäre und ob du mit dem Rest schon auf Reise gehen könntest oder noch ein wenig Geld sparen und verdienen solltest!

Zweifel über Bord – wir machen das!

Dieser Traum lässt uns seit dem Juni 2017 nicht mehr los und unsere Planungen des Aufbruchs oder vielleicht des Ausbruchs beginnen langsam und voller Vorfreude…

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