PerspektiVan
Organisation

FAQ : Die häufigsten Fragen zur anstehenden Weltreise

Sobald wir von unseren Reiseplänen berichteten, konnten wir beobachten, wie sich bei unseren Konversationspartnern ganz langsam die Augenbrauen nach oben schoben. Kurz sackt die Info und auf  3…2…1  Fragen über Fragen: Wann geht es los? Was ist die erste Station? Wo wollt ihr noch hin? Wie…Moment…wie bekommt ihr das Auto denn nach Kanada? Und warum kauft ihr dort keinen Van? Uvm..
Da wir leider nicht mit euch allen so ausführlich sprechen konnten und bestimmt einige Fragen noch offen geblieben sind, haben wir hier noch einmal das „Best of“ der häufigsten Fragen zu unserer Weltreise in einem fiktiven Interview beantwortet. Viele der Fragen haben wir uns am Anfang auch selbst gestellt. Vielleicht helfen sie ja dem ein oder anderen auch für die eigenen Überlegungen und Planungen. Viel Freude damit!


Zwei Frauen sitzen auf dem Sofa und beantworten die häufigsten Fragen zur Weltreise

In zwei Tagen steigt ihr in den Flieger nach Bangkok – wie geht es euch so kurz vor der Reise?

Anne: Wir erwischen uns immer mal wieder in einem ruhigen Moment einfach nur so beim Abendessen und schauen uns in die Augen und sagen „Krass- schon ganz bald geht es los. Es ist also ganz viel Vorfreude und wir können es ehrlich gesagt noch gar nicht glauben, dass wir unseren Traum wahr werden lassen.

Anna: In den letzten Wochen ging uns aber auch ein bisschen die Puste aus. Die To-Do Liste wurde nicht kürzer, sondern in den letzten Wochen eher länger, weil uns noch so viele Dinge eingefallen sind, die wir noch kaufen, erledigen oder klären mussten. Zum Glück haben uns Annes Eltern super untergebracht und uns damit den Rücken freigehalten! Danke ihr beiden! Jetzt freue ich mich auf den ersten Moment am Strand, irgendwo auf Kho Phangan. Dann werden wir wahrscheinlich erst langsam realisieren, dass wir uns ganz viel Zeit geschenkt haben.

Warum wollt ihr eigentlich diese Reise machen? Und wie seid ihr denn darauf überhaupt gekommen?

Anna: Es gibt ganz viele Motive, die mich bewegen diese Reise – oder diese Auszeit – zu machen. Das stärkste Motiv, und auch einer meiner Grundwerte, ist Freiheit. In den letzten Jahren hatte ich (gefühlt) davon einfach zu wenig. Der Alltag und der Beruf lassen ja im Prinzip keinen oder wenig Freiraum und bieten dafür umso öfter Stress: Oft war ich auf Dienstreisen unterwegs und war dann nicht einmal abends dort, wo ich eigentlich sein wollte. Ich bin ein totaler Freigeist und möchte einfach morgens aufstehen und dann das machen, worauf ich Lust habe.

Anne: Mir geht es sehr ähnlich. Als Fußball-Profi war ich jeden Tag in der Woche auf dem Platz und habe trainiert, zusätzlich zu meinem Vollzeit-Job. Samstag früh ging es wieder zum Training und danach sind wir bei Auswärtsspielen quer durch Deutschland nach München oder Bremen ins Hotel gefahren. Erst am Sonntagabend war ich wieder zurück in Köln. Ich möchte jetzt häufiger als nur in der Sommer- und Winterpause freie Wochenenden und Urlaubszeit haben. Außerdem bin ich gespannt auf neue Perspektiven. Daran ist auch der Name des Blogs angelehnt. Wir schauen unglaublich gerne den Weltspiegel in der ARD am Sonntagabend – das macht mich neugierig, viel von der Welt zu sehen.

Zwei Frauen sitzen auf dem Sofa und lachen sich an

Freunde von mir haben das ja auch mal gemacht, liest man ja jetzt öfter?!

Anna: Ja, das stimmt. Für mich ist „Weltreise“ fast schon ein Unwort geworden. Es klingt wie „das macht ja jeder zur Zeit“. Instagram ist voll mit den Profilen von Reise-Influencern. Uns ist das ziemlich egal, ob es (gerade) viele Menschen oder wenige machen. Wir sind sehr froh mit unserer Entscheidung und sehen es als Auszeit und gleichzeitig Aufbrechen in etwas Neues. Diese Zeit gehört uns und wir nutzen sie, um Teile der Welt zu bereisen.

Anne hakt ein: Zum Glück haben Anna und ich einen ähnlichen Reisestil: Wir müssen nicht jede „Top Sight“ mitnehmen, sondern 1-2 reichen absolut aus. Wir schlendern viel lieber gemütlich durch die Straßen, trinken hier und da einen Kaffee oder Bier und gehen sehr gerne tauchen. In Italien haben wir auch mal einen Pizza-Kurs gemacht, seitdem können wir echte italienische Pizza backen. Unsere Reisen sind eigentlich immer bunt gemischt und genau so, wie es uns in dem Moment gefällt. Wir haben auch schon viele Infos von anderen Blogs bekommen, die uns bei der Planung und bestimmt auch während der Reise helfen. Ich denke, so eine Reise ist nicht pauschal für alle das Richtige. Aber ich freue mich für jeden, der sich dazu entschließt und eine gute Zeit hat! Ist doch schön, wenn viele Menschen sich Zeit für neue Perspektiven nehmen!

Warum zieht es euch erst nach Asien für acht Wochen und nicht direkt auf die Panamericana?

Anna: Am Anfang hatten wir überlegt unser Wohnmobil nach Montevideo zu verschiffen und dann die Panamericana aus dem Süden in den Norden zu fahren. Das hätte auch mit den Jahreszeiten super geklappt und wir wären immer mit dem Sommer mitgefahren. Anne hat extra einen Spanisch Sprachkurs gemacht. Allerdings haben wir dann auch realisiert, dass dies vielleicht zu Beginn eine Nummer zu groß für uns ist. Nordamerika erschien uns als die sicherere Variante: Gute Straßen, für große Wohnmobile ausgelegt, wir sprechen die Sprache fließend und mein Bruder wird bald in Vancouver wohnen.

Anne: Außerdem war es schon lange mein Traum nach Kanada zu reisen und die Weite zu sehen. Ich finde es also perfekt, dass wir in Kanada starten und in den Süden fahren. So habe ich jetzt auch noch länger Zeit, wichtige Vokabeln auf Spanisch zu lernen: „Auto kaputt!“, „Wo ist die nächste Werkstatt?“ oder ganz wichtig: „Wo gibt es den besten Kaffee?“

Wenn es ein Thema gab, was euch in den letzten Wochen immer wieder beschäftigt hat, dann war es wohl ebay Kleinanzeigen – seid ihr alles losgeworden?

Anne: Ja! Gott sei Dank – selbst unser Kleiderschrank wurde noch kurz vor dem finalen Auszug von zwei Personen abgebaut und abgeholt.

Anna: Wer sich an den Artikel zum Loswerden erinnert, der findet dort noch einen Nachtrag. Das Auto von Annes Eltern war gerammelt voll, als wir final ausgezogen sind! Ich saß auf der Sitzauflage, auf welcher wir die letzte Nacht verbracht haben. Weil es einfach nicht mehr hinten reingepasst hat, hatte ich auch noch zwischen meinen Beinen eine Tasche und ein Kissen auf dem Schoß.

Anne: Ein paar Möbelstücke mit emotionalen Wert haben wir behalten wie z.B. das weiße super bequeme Sofa. Das steht nun als Leihgabe bei meinen Eltern. Viele Sachen haben wir auch einfach verschenkt. Die Leute freuen sich und wir müssen es nicht aufbewahren.

Á propos Eltern, was sagen die eigentlich zu eurem Vorhaben?

(Kurzes Schweigen)

Anne: Also da gibt es einen Unterschied zwischen unseren Papas und Mamas. Bei den Müttern überwiegt das: Super, dass ihr das macht und toll! Sie fiebern richtig mit und ermutigen uns. Unsere Väter sind eher besorgt und hatten kurzzeitig die Idee, das Wohnmobil so langsam zu restaurieren, dass wir gar nicht erst los kommen. Wir haben auch ganz viele alternative Touren-Vorschläge bekommen: Eine Reise in den Harz wäre doch auch ganz schön.

Anna: Natürlich sind sie besorgt, aber sie lassen uns auch machen und haben auch mitbekommen, dass wir uns gut vorbereiten. Besonders beruhigt waren sie über das Satellitentelefon, mit dem wir so gut wie überall und auch ohne Mobilfunknetz im Notfall Hilfe rufen können.

Anne: Um die Väter zu beruhigen haben wir einen Selbstverteidigungskurs gemacht, der war super hilfreich. Es war allerdings nur ein 1-Tageskurs, wir hätten den Kurs tatsächlich öfter machen sollen, aber zur Prävention kann es schon mal nicht schaden.

Ihr habt beide eure Jobs gekündigt – wollt ihr auf der Reise arbeiten?

Anne: Erstmal geht es darum abzuschalten und uns treiben zu lassen. Auf der Reise begegnen uns sicher auch spannende (soziale) Projekte, an denen wir vielleicht mitarbeiten können. Aber das lassen wir jetzt erst einmal auf uns zukommen und planen es im Moment nicht konkret.

Anna: Für Kanada kann man bis 35 Jahre das Work & Travel Visum beantragen, das haben wir dann aber doch nicht gemacht. Es gibt auch immer die Möglichkeit, bei WOOFing mitzumachen und vielleicht ein paar Alpakas zu hüten oder Zäune zu bauen. Wir schauen einfach mal, was uns über den Weg läuft.

Ab Kanada wollt ihr dann die Panamericana mit eurem Wohnmobil fahren. Wie bekommt ihr es da rüber und ist es nicht einfacher ein Wohnmobil vor Ort in Kanada zu kaufen?

Anne: Das ist wohl die am häufigsten gestellte Frage zu unserer Weltreise! Also zuerst einmal: Die Verschiffung läuft folgendermaßen ab: Wir werden das Wohnmobil nach Hamburg fahren, dort wird es auf ein Schiff verladen (das nennt sich RORO – Roll on roll off) und nach Kanada Halifax gebracht. Die Überfahrt dauert ungefähr 2 Wochen. Wir fliegen hinterher und holen unseren Van (die Berta) dann in Kanada wieder vom Zollgelände am Hafen in Halifax ab. Dann geht es ab durch Kanada!

Das Verschiffen klingt teuer (Jap, es ist auch nicht ganz günstig) und im ersten Moment etwas kompliziert mit dem Zoll und so. Aber wir haben aus den folgenden Gründen lieber ein Auto in Deutschland gekauft:

  1. Gleich der wichtigste Punkt am Anfang: Wir wollten nicht die Katze im Sack kaufen. Hier in Deutschland konnten wir in Ruhe nach einem Van suchen und vor allem auch live ansehen und checken, ob es eine Schrottkarre ist oder ob er gut zu uns und unserer Reise passt. Wir suchten nach einem Van mit kleiner Küche und Bad, Schlafplatz, stabiler Motor, nicht so viele Kilometer, genug Stauraum, mittel groß mit Tisch/Sitzecke für kalte Tage, insgesamt gut in Schuss – und wir müssen uns wohl fühlen! Wir haben von einem Pärchen mitbekommen, welches ein Van in Chile gekauft hatte, dann stellte sich raus: Der Van war geklaut. Der Van wurde konfisziert und erst nach ein paar Tagen an der Grenze wieder freigegeben. Wahrscheinlich eher nicht so witzig!
  2. Wir mussten nicht auf einen Van hoffen, der in Kanada passend zu unserem Reisebeginn im April/Mai zu verkaufen ist. Das hätte die Auswahl ja stark eingeschränkt.
  3. Wir wollten das Wohnmobil vorher testen: Da wir Berta schon 2019 gefunden und gekauft haben, konnten wir ein paar Testfahrten und –urlaube machen. Das war auch gut so, wir haben einiges über sie gelernt: Zum Beispiel, dass Berta ab und zu gerne mal die Wegfahrsperre einlegt und wie wir die Karre wieder zum Fahren bekommen.
  4. Wir haben in Deutschland fachkundige Verwandtschaft, die uns geholfen hat, die Berta zu einem Tresor auszubauen und aufzurüsten. Ja, kein Witz! Die Berta ist nun super safe, hat tolle Reifen und und und –  Reifen bekommt man in Übersee zwar auch, aber dort sind sie einfach sehr teuer. Danke Papa Andy für alles!
  5. Wir setzen auf die Weltmarke „Mercedes“ mit ihrem unkaputtbaren Sprinter. So schön und romantisch der Traum des VW Bullis auch sein mag – es ist sehr schwierig an die Ersatzteile zu kommen. Von Mercedes haben wir gehört, dass man auf dem amerikanischen Kontinent ganz gut Ersatzteile findet.
  6. Auf geht’s! Wir wollen in Kanada einfach direkt los düsen und nicht noch lange in Kanada auf der Suche nach einem Van sein. Das würde von unserer Reisezeit abgehen und Kanada ist nun auch nicht das günstigste Fleckchen der Erde, um ständig im Hotel zu sein.

Deshalb unser Plan: Van gekauft wie gesehen, ein bisschen kennengelernt, daran rumgeschraubt und in Kanada mit gutem Gefühl direkt los starten!

Wie bekommen wir denn nun mit, was ihr erlebt?

Anne: Natürlich hier auf unserem Blog „Perspektivan“ könnt ihr mitlesen, was wir so in Thailand, Laos und dann auf der Panamericana erleben. Ein Instagram Account ist gerade noch in Arbeit. Wenn wir damit soweit sind, geben wir aber hier nochmal Bescheid. Also dranbleiben!

Das waren sie, unsere gesammelten häufigsten Fragen zu unserer Weltreise und unsere Überlegungen im Vorfeld der Reise! Bei euch sind aber noch einige Fragen offen? Schreibt uns gerne direkt als Kommentar eure Fragen, Anregungen und Gedanken! Oder habt ihr vielleicht Tipps zu guten Cafés, Hotels und Restaurants etc.? Immer her damit! Wir freuen uns darauf!

2 Comments

  • Lilith

    Ich mag die FAQs! So erfährt man die Antworten auf alle drängenden Fragen 😉
    Weitere Frage: während ihr in Asien seid, ist Berta ja nicht bei euch…wo werdet ihr dann übernachten?

    • Anne und Anna

      Liebe Lilith,
      freut uns, dass es dir gefällt 😉 In Asien sind wir mit dem Rucksack unterwegs und schlafen in Hostels und Hotels. Oder in Bussen, wenn wir eine Über-Nacht-Fahrt machen 😉

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Consent Management mit Real Cookie Banner