PerspektiVan
Luang Prabang
Laos

Die alte Königsstadt Luang Prabang

Nach zwei Tagen auf dem Slow Boat, hängen wir in Gedanken noch der schönen Mekong Szenerie nach, als wir schon vom Pier in die Innenstadt Luang Prabangs fahren.

Diese „alte Königsstadt“ (sogar UNESCO Weltkulturerbe) kann sich aber auch wirklich sehen lassen! Sie wird auf vielen Reiseblogs und auch in unserem Reiseführer hoch gelobt: So schön, so schnuckelig, so französisch.
On y va! Nous sommes très élevées!


Unsere Vorfreude auf Luang Prabang ist groß! Sehr groß! Denn wir saßen ja zwei Tage auf einem Slow Boat und haben in einer mittelschlechten Unterkunft in Pakbeng ein paar Stunden verbracht (eher verbringen müssen). Außerdem verspricht der Reiseführer von Stefan Loose über die kommenden Städte nach Luang Prabang nichts Gutes:
Vang Vieng soll eine abgerockte Sauf- und Raufhochburg gewesen sein und erholt sich gerade von der letzten Party, in Vientiane verbringt man am besten nur fünf Stunden und Paksé besticht nur mit dem Umland.

Wir haben uns auch schon um unsere Unterkunft gekümmert und sind darauf eingestellt, Luang Prabang in vollen Zügen zu genießen: Durch die Gässchen flanieren, die Tempel bestaunen und einen Berg erklimmen.

Luang Prabang

Leider doch nicht so entspannt…

… wie wir uns das vorstellen.

Es flattert eine Nachricht unserer gebuchten Unterkunft ins E-Mail Postfach: Sie danken uns sehr für das Booking, aber wir könnten nur zwei Nächte – sie haben einen Fehler gemacht und das Zimmer online nicht geblockt. Sie sind überbucht und wir sind raus!
Ein paar Tage vorher hatten wir uns noch wie zwei Veggie-Schnitzel gefreut, als wir ENDLICH diese Unterkunft – eine Nadel im Heuhaufen – gefunden haben.

Unsere Laune ist im Keller, denn wir mussten damals super lange suchen, um eine derartige Unterkunft zu finden. Entweder waren die Hotels schon ausgebucht. Zu weit außerhalb. Zu teuer. Nicht sauber. Da wollten wir eigentlich nach 2 Nächten nicht schon wieder neu suchen!

Aber gut, zwei Nächte sind ja bestätigt und als wir in der Unterkunft ankommen, können wir den positiven Rezensionen nur zustimmen! Das Bett ist flauschig weich, das Badezimmer sauber und das á la Carte Frühstück –nom nom nom– lecker, der Kaffee aus der Siebträgermaschine frisch gebrüht. Und alles auch noch in Laufnähe zu den Tempeln und den Gässchen. 

Luang Prabang

Rien n’est vas plus – Nichts geht mehr

Wir fühlen uns richtig wohl und haben gar keine Lust, in eine andere Unterkunft zu ziehen! Aber rien n’est vas plus. Wir versuchen es mit großen Augen und aller Überredungskunst bei der Besitzerin. Nein, unser Zimmer ist für die kommenden Tage leider schon an jemanden anderen vergeben. Also packen wir unsere Rucksäcke und ziehen schweren Herzens und genervt in eine andere Unterkunft (die wir ebenfalls ziemlich lange suchen müssen).

Und dann auch noch dieser Virus!

Ach so, und ihr habt ja auch schon von Corona gehört? Ja richtig dieser Virus, der ursprünglich in China ausgebrochen ist und dessen Entwicklung wir seit Januar täglich über die Bangkok Post, CNN und die Tagesschau im Auge behalten. In Luang Prabang denken wir darüber nach, unsere Asien Reise abzubrechen, umzuleiten oder nach Hause zurückzukehren.

Wir nehmen uns viel Zeit für die Entscheidung und hören einander zu: Machst du dir Sorgen? Fühlst du dich sicher? Macht dir das Reisen so Spaß? Können wir es genießen?
Viele Gedanken und Spekulationen später: Wir werden weiterreisen. 
Uns macht die Reise so viel Spaß und wir möchten sie nicht aufgeben! Gleichzeitig wollen wir mit unserer Gesundheit verantwortungsvoll umgehen und beschließen, wir reisen ab hier sehr besonnen weiter und meiden beispielsweise Großveranstaltungen. In Laos spüren wir im Moment keinerlei Auswirkungen der Corona–Entwicklung: Kaum jemand trägt hier Masken und alle sind sehr entspannt. Unsere Hände waschen wir aber ab jetzt noch öfter, kann ja nicht schaden!


10 Gute Laune Tipps für Luang Prabang

Abgesehen von diesem etwas unentspannten Part, finden wir Luang Prabang aber auch wirklich ganz schnuckeliiich, superbe und très belle!

Besonders folgende Dinge haben uns trotz Corona und Hotelsuche gute Laune in Luang Prabang gemacht:

1. Cappuccino trinken am Mekong & auf das glitzernde Wasser schauen

An den Hochtischen im ► Saffrons Coffee hat man einen wundervollen Blick auf den Mekong. Wir schlürften guten Cappuccino und verkosteten Karottenkuchen mit Cremetopping. Wie lange saßen wir hier? Keine Ahnung, lass es einige Stunden gewesen sein. Der Mekong, die Schiffe und das Treiben einfach faszinierend– wie fernsehen! Hier schreiben wir ein paar Blogartikel fertig und staunen zwischendurch immer wieder: „Wow siehst du dieses Licht auf dem Mekong“.

2. Mhhhmm, so richtig geschlemmt! Bester Fried Rice & Pad Thai im Yuni Yupoun Restaurant

Direkt an der Fu-Zo (= Fussgänger-Zone) liegt das ► Yuni Yupoun Restaurant und mit tollen Sitzmöglichkeiten kann man hier sehr schön einige Mönche und Touris beim Schlendern beobachten. Währenddessen essen wir außerdem den besten Fried Rice unserer bisherigen Reise und können auch die Falafel Platte als Abwechslung zum Reis wärmstens empfehlen. Das Restaurant ist sehr liebevoll gestaltet und es gibt Gerichte aus den Lieblingsländern der Gastgeberin. 

3. Hoch hinaus! Auf dem Phousi Berg kommen wir ganz schön ins Schwitzen

Es gibt einige Sehenswürdigkeiten in Luang Prabang – So erklimmen wir an einem Nachmittag den ► Phousi Berg, der uns einen wundervollen Ausblick und kitisch-romantischen Sonnenuntergang verspricht. Der Ausblick ist wirklich schön! Leider wissen nicht nur wir von diesem Ort, so dass wir schnell wieder runtersteigen, als ganze Touri–Horden gerade hochkraxeln.

Die unglaubliche Aussicht vom Phousi Berg kurz vor Sonnenuntergang
4. „Good quality – handmade!“ Der Nachtmarkt lockt uns mit schönen Stoffen

In Luang Prabang schlendern wir über den Nachtmarkt mit seinen rot–blauen Zelten. Dieser wird jeden Tag ab 17:00 Uhr aufgebaut, geht bis tief in die Nacht und verläuft quer durch die Innenstadt. Es gibt alles, was das Touri–Herz begehrt. Wir liebäugeln das ein oder andere Mal mit den vielen schönen Tüchern und Teppichen in Indigo-blau. In Anbetracht der weiteren Reisedauer und limitierten Möglichkeiten zum Mitnehmen, entscheiden wir uns gegen ein Souvenir. Wer jedoch Platz hat, findet hier wirklich schöne Dinge und nicht den üblichen Plastik–Souvenir–Kram!

Unter den vielen roten Dächern wird gehandelt – Meist ohne Englisch, also das Angebot einfach in den Taschenrechner tippen
5. „I would like the banana pancake and a mango fruit shake“ – À la Carte Frühstück 

Es ist so herrlich! Wir stehen morgens auf, ziehen uns irgendwas an und nehmen Platz an einem freien Tisch im Hof der Unterkunft. Aus der Karte können wir ein Gericht und einen Frucht-Shake wählen. Ein paar Minuten später bekommen wir Bananen-Pfannkuchen, Müsli mit frischen Früchten, Mango und Ananas Shakes serviert. In den meisten Unterkünften gibt es Frühstück, leider oft als Buffet. Á la carte Angebote sind aber wesentlich nachhaltiger: Jeder kann das bestellen, was er mag und die Unterkunft muss kein riesiges Buffet aufbauen, von dem anschließend meist die Hälfte im Müll landen würde. 

6. Klingeling – Die Fahrradstadt! 

In keiner anderen Stadt Asiens haben wir bisher so viele Menschen Rad fahren sehen! In der Regel schießt um jede Ecke ein Roller oder Tuk Tuk, in Luang Prabang fährt man Fahrrad! Viele Unterkünfte bieten Räder sogar kostenlos an, um die Stadt zu erkunden. Lasst euch ein gutes Schloss mitgeben, sonst habt ihr vielleicht nur kurz Freude mit den Fahrrädern!

7. Pudelwohlig fühlen wir uns in der Villa Meung Lao

Die ► Villa Meung Lao ist ein absoluter Glücksgriff – es stimmt (fast) alles. Nur nicht, dass wir nach zwei Nächten ausziehen müssen. Hier schlummern wir wie Babys und erholen uns von der Slow Boat Fahrt. Wir empfehlen das Zimmer 10: Es liegt ganz ruhig am Ende der Unterkunft und hat einen eigenen kleinen Sitzbereich vor der Tür.

8. Bonjour, madame! 

In dieser Stadt sind die Einflüsse der Franzosen überall sichtbar. Wir sitzen in einer französischen Bäckerei und bestellen im Orignal-O-ton „Deux pain au chocolat“! Das Baguette stapelt sich im Regal und überall hört man Gespräche französischer Touristen. Wir fühlen uns ein bisschen wie in Südfrankreich – nur mit Tempeln und Palmen. 

9. Ach, der Room Service war schon da! 

Es ist wirklich Luxus, sich nicht großartig um Putzen oder Aufräumen kümmern zu müssen. Die Vermieterin unserer ehemaligen Wohnung war so unglaublich penibel bei der Wohnungsübergabe, dass wir im Vorfeld der Übergabe 2 volle Tage jede noch so kleine Kalkablagerung etc. entfernt haben. Sogar die Rollos sollten wir von aussen (3. Stock?!) putzen! Nach der Putz-Aktion war die Bude ein Reinraum, sodass Annas Schwägerin die Zimmer ohne Probleme als Labor hätte nutzen können. Im Moment genießen wir deshalb auch den Room-Service sehr!

10. Wir sind Glückspilze und ergattern die besten Plätze im Minivan

Glück im Unglück! Wir müssen die Unterkunft wechseln und ziehen an den äußersten Zipfel von Luang Prabang. Unser Minivan, der uns nach Vang Vieng fahren soll, holt alle Fahrgäste nacheinander von ihren Hotels ab. Da wir mit unserem Hotel anscheinend am Anfang dieser Abholtour liegen, haben wir freie Platzwahl. Erst im Laufe der Fahrt wird uns klar, was für ein Glück wir damit haben! 

Wir brausen durch Luang Prabang und sammeln die weiteren Passagiere ein, die sich alle inklusive Koffer und Backpacks in den kleinen 8-Sitzer–Bus hineinquetschen. Als wir schon gestopft voll sind, lehnt ein Pärchen es sogar ab, in unseren Bus einzusteigen und mitzufahren. Sie erzählen noch kurz, dass wir heute schon der dritte Bus sind, den sie ablehnen. In einem anderen Bus haben sie sogar Leute gesehen, die bei anderen auf dem Schoß saßen (es sind 4 Stunden Fahrtzeit nach Vang Vieng!!). Was für ein Glück, dass wir zwei richtige Sitzplätze bekommen haben, ohne weitere Menschen auf unserem Schoß! Die Fahrt nach Vang Vieng kann losgehen!

Es war schön. Au revoir, Luang Prabang!

Wie wir als Sardinen in Vang Vieng angekommen sind, erzählen wir im nächsten Artikel!

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