PerspektiVan
Griechenland

7 Tage Griechenland, 2 mal Starthilfe und 1 neue Autobatterie

Die Sonne strahlt wunderschön orange und verschwindet langsam am Horizont im Meer. Die Wellen rauschen sanft im Hintergrund. Es ist eine unglaublich friedliche Atmosphäre hier an unserem Strandplatz in der Nähe von Preveza, wo wir bereits die zweite Nacht verbringen. Der Platz ist genauso, wie wir uns den perfekten Stellplatz vorstellen: Direkt am Meer, eine unglaubliche Aussicht und keine Menschenseele um uns herum. Am nächsten Morgen gönnen wir uns die letzten Aufbackbrötchen, die wir noch aus Deutschland dabei haben. Kurz abwaschen und alles verstauen, denn wir wollen nun weiter und neue schöne Plätze entdecken. Euphorisch dreht Anne den Schlüssel in der Zündung….


…und es passiert NICHTS! Zwei kleine Gluckser gibt Berta noch von sich, aber der Motor springt nicht an. Wir testen, ob es an der Wegfahrsperre liegt und verschließen und öffnen den Sprinter erneut. Nein, Berta springt nicht an und macht jetzt überhaupt keinen Pieps mehr.

Nun sitzen wir etwas schockiert mit „Was nun?“-Gesichtern an unserem super Platz auf dem schmalen Schotterweg am Meer.

Wir haben uns hier vor zwei Tagen rückwärts reinbugsiert, um jederzeit wieder easy vorwärts rausfahren zu können. Toll, und jetzt wollen wir entspannt hier rausfahren und unsere Karre hat keinen Bock! Wie soll uns denn hier jemand abschleppen?

Rien, ne va plus! Nichts geht mehr!

Wir sind am Rande eines kleinen Örtchens in der Nähe von Preveza und wollten eigentlich nach Lefkada fahren. Ins Meer wollten wir springen und ein paar Sonnenstrahlen am Strand genießen, vielleicht ein bisschen Schnorcheln. Anne dreht nochmal den Schlüssel, das gleiche kurze jämmerliche Schlucken kommt. Anne sagt: „Es ist die Batterie! Das hatte mein alter Opel auch mal“. Aber wir wundern uns, denn Licht o.ä. hatten wir nicht angelassen.

Anna sagt: „So eine Sch****“, und zückt das Portemonnaie mit der ADAC Karte und ruft die Hotline-Nummer für Pannen im Ausland an. Eine kurze Standortabfrage „Griechenland“ später, werden wir weiter zum ADAC in Griechenland, genauer nach Athen verbunden. Ein netter Mann meldet sich mit perfektem Deutsch. „Ich schicke Ihnen jemanden, der Ihnen Starthilfe gibt und rufe gleich nochmal mit der Wartezeit an!“

Unser wundervoller Platz am Meer

Hilfe naht: Siegfried haucht Berta neue Energie ein

Wir sind überrascht, als er uns nur 25 Minuten Wartezeit mitteilt. Siegfried von Preveza Assistance wird kommen. Der ADAC in Griechenland hat keine eigene Flotte, aber „Siegfried findet immer eine Lösung“ beruhigt uns der nette Mann am Telefon. Kurze Zeit später steigt aus einem kleinen weißen Wagen, der angekündigte Siegfried aus und beglückwünscht uns erstmal zu diesem schönen Platz am Meer. Schnell ist das rote und das schwarze Kabel an seiner mitgebrachten Batterie angeschlossen und Berta schnurrt nach 30 Sekunden wieder wie ein braver 5-Zylinder Dieselmotor. Siegfried verabschiedet sich und wir sollen uns melden, wenn nochmal was ist. Dass wir „Siggi“ am nächsten Tag schon wiedersehen werden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Auf geht’s nach Lefkada!

Nun müssen wir erstmal fahren, fahren, fahren um die Batterie wieder voll zu bekommen. Das Ziel war ja eh klar: Lefkada! Das ist gut 45 Minuten weit weg, also perfekt! In der Mautstation zahlen wir 7,50€ für die kurze Fahrt auf der Autobahn und versuchen uns in der engen Straße durch die Uferpromenade in Lefkas noch etwas schmaler zu machen. Wir fahren und fahren.
Lefkada ist ganz schön bergig und Berta kriecht mehr, als das wir wirklich fahren. Auf einmal kommt ein hohes „piiiiiiiiiiiieeeep“ irgendwo aus dem Motorraum.
Wir setzen wieder unsere „Was-nun?“ Gesichter auf und Anna sagt: “So eine Sch**** “.  Gerade erst Starthilfe bekommen und schon die nächste Panne oder Schwachstelle? Um das „Piepsen“ wollen wir uns kümmern, wenn wir einen Stellplatz gefunden haben.

Weder an der Ostküste noch im Süden von Lefkada werden wir fündig: Zu viel los, zu seltsam, zu weit oben, zu müllig. Wir haben alle Park4Night Plätze abgegrast und nun kann nur noch das Google Maps Satellitenbild helfen. An der Westküste von Lefkada sichten wir Wohnmobile in Strandnähe bei Kathisma! Dort wollen wir unser Glück probieren.

Auf der Fahrt grübeln wir über dieses Geräusch: Ist das schlimm? Kann man damit fahren? Was ist das überhaupt?

Als wir über die Küstenstraße hoch oben auf den Strand von Kathisma blicken können, sind wir ganz geflasht: Es sieht wahnsinnig schön aus! Das Meer funkelt und ist so türkisblau, wie wir es noch nie gesehen haben. Wir schlängeln uns den Berg runter und sehen an der Strandpromenade Wohnmobile mit deutschen Kennzeichen, die sich vor den bereits geschlossenen Tavernen und Cafés gemütlich eingerichtet haben: Sogar mit Tischen, Stühlen, Markisen und Hängematten! (Normalerweise nicht unbedingt ratsam, da in Griechenland „frei campen“ illegal ist. Parken ist in Ordnung, aber sobald Tische und Stühle draußen stehen, wird das definitiv als campen gewertet).
Geographisch korrekt parken wir als ehemalige Kölner etwas südlicher als das Wohnmobil aus Düsseldorf und öffnen unsere Schiebetür. Anne zieht den Schlüssel und der Motor verstummt.

Vielleicht nochmal umparken?

Morgen ist Sonntag, da könnte hier direkt am Strand noch mehr los sein, überlegen wird. Ob wir nochmal umparken sollten? Denn aktuell belegen wir mindestens 3 Parkplätze. Vielleicht doch ganz klug, wenn hier morgen noch mehr Leute parken wollen!

Schlüssel rein, drehen, klack, klack…NICHTS! Berta macht wieder keinen Mucks! Sie hat sich abgestellt und möchte sich heute scheinbar gar nicht mehr bewegen. Das können wir verstehen, dieser Strand ist wirklich ein weiteres Träumchen von Stellplatz!

Nach dem ganzen Gekurve und hin und her, beschließen wir, dass wir den ADAC auch morgen für die nächste Starthilfe anrufen können. Der Platz ist zu schön und wir haben Lust auf Meer. Zum Glück ist es dann am nächsten Tag auch kein Problem, dass wir 3 Parkplätze belegt haben.

Erstmal abtauchen und Piepstöne und Probleme an Land lassen

Am Sonntag Nachmittag wählen wir erneut die Nummer des ADAC in Griechenland. Ob wir nicht schon gestern mit dem gleichen Problem angerufen hätten, fragt der Mann in der Hotline. „Jap, wahrscheinlich ist die Batterie kaputt“, antworten wir. Und wer meldet sich nach ein paar Minuten am Telefon? Siegfried! Er schickt uns einen Fahrer, der schon in 15 Minuten da sein soll! Er bittet uns, zurück nach Preveza auf sein Gelände zu kommen, wir müssen wohl die Batterie tauschen.

Auf zu Siggi!

Nach einer guten Sunde rollen wir auf das Gelände von Preveza Assistance, wo Siggi bereits auf uns wartet. Er hat eine Werkstatt organisiert, die für uns an einem Sonntag Abend den Laden noch einmal aufsperrt und eine Batterie rausrückt. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet und sind umso erfreuter, keine Nacht auf dem Gelände eines Abschleppdienstes verbringen zu müssen. Um zur Werkstatt zu gelangen, brauchen wir wieder Starthilfe, denn die Batterie ist trotz Fahrt komplett tot. 

Vier Griechen warten bereits vor der Werkstatt und hauchen Berta mit einer neuen Batterie innerhalb von 10 Minuten wieder Leben ein. Kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, verabschieden wir uns von Siegfried, der sagt: „Falls, was ist, dann meldet euch einfach“. An diesem Sonntag Abend wussten wir noch nicht, dass wir Siggi schon am nächsten Tag wiedersehen werden.

Bei Berta piepsts noch immer!

Der Piepton geht uns auch am nächsten Tag nicht aus dem Kopf und auch schön langsam auf die Nerven. Wir fragen bei der väterlichen Pannen-Hotline nach, was es sein könnte: Ist es der Turbo? Der Riemen der Lichtmaschine? Eine Drosselkappe? Eine kaputte Leitung? Wir haben absolut keinen Schimmer und lösen das Problem auch nicht, als wir eine halbe Stunde die Kabel im Motorraum hochprofessionell anschauen.

Da hilft nur eins: Siegried anrufen und fragen, ob er uns helfen könnte. Der Mann ist der Knaller! Er geht sofort ans Telefon und versucht uns natürlich zu helfen. Er muss dafür aber das Wohnmobil fahren, um das Geräusch zu lokalisieren. Somit stehen wir 2 Stunden später wieder auf Siegfrieds Gelände. Als wir da sind, springt er sofort auf den Fahrersitz und rauscht mit Anne die Straßen von Preveza hoch und runter.

Schwarzer Rauch aus Bertas Hinterteil

Als die beiden nach einer wahrhaften Spritztour wiederkommen, stellt er Berta ab und tritt nochmal richtig auf das Gaspedal. Eine schwarze Wolke pufft aus Bertas Hinterteil heraus und das Piepsen ist weg. Siggi meint, der Abgasfilter ist verstopft! Wir sollen mal richtig Gas geben im dritten Gang und den Filter freifahren. Aha! Also weniger cruisen und mal richtig düsen! Das geht zwar bei den kurvigen Straßen in Griechenland nicht wirklich gut, aber wir werden unser Bestes geben.

Ganz beruhigt fahren wir zu unserem Schlafplatz an den Strand, denn mittlerweile ist es auch schon wieder Abend.


Unser Fazit zum ADAC in Griechenland: Kein Problem, hier bekommt man kompetente Hilfe! Aber im Meer schwimmen ist doch schöner 😉

7 Comments

  • Ina/Manfred

    Nö, bei den Temperaturen spurt der Kühlschrank ja. Wenn’s Wetter wieder wärmer wird, werden wir uns mit dem Problem befassen. Hauptsache die Fußbodenheizung geht bei der Kühle hier und wärmt die Füße nach den Fahrradtouren. Morgen gehts in die polnische Sahara, in der es aber auch alles andere als heiß sein wird. Bis denn, I+M

  • Ina/Manfred

    Hallo ihr Beiden, auf den Stress mit dem Wagen könnte ich verzichten, einen super Strand an der polnischen Küste haben wir auch gerade, aber um das Wetter beneide ich euch alle Male und Manfred natürlich auch. Viel Vergnügen noch beim Leben eures Traumes. Gruß aus Ustka von Ina und Manfred 🌂🌧🌊🌫

    • Anne und Anna

      Hallo Ina & Manni! Wie schön von euch zu hören! Auf die Probleme mit dem Auto hätten wir in unserer ersten Woche in Griechenland auch getrost verzichten können, aber wie man in Köln sagt : Et kütt wie et kütt und hätt noch immer jot jejange. Habt ihr eine Lösung für euren Kühlschrank im Camper gefunden? Viele Grüße vom Frühstückstisch mit Blick auf Meer!:) Anne & Anna

  • die Schwaegerin

    Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Respekt! Wenn ich in der SItuation gewesen waere, waere ich ein totales Nervenbuendel gewesen und haette definitiv nicht erst schwimmen koennen. Meine Guete, bei euch ist was los.

    Viel Spass auf euren paradiesischen Stellplaetzen!

    • Anne und Anna

      Danke! Als der Wagen das erstmal nicht angesprungen ist, waren wir auch ziemlich nervös. Beim zweiten Mal dachten wir uns einfach: Machen wir das Beste draus und genießen wenigstens ein bisschen das Wetter und das Meer. Das war auch gut so, danach hat es drei Tage geregnet und auch richtig schlimmes Gewitter gegeben!

  • Britta Engelhardt

    So eine lustige Geschichte…..und diese Cliffhänger……😉!!! Düsen statt cruisen – Anna, wir haben es IMMER gesagt……😁

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